Zwei Schauen für Jeff Koons Engel, Sex und Sau

Michael Jackson samt Affe Bubbles als Porzellanfiguren oder Selbstporträts mit Pornogöttin: Jeff Koons brachte es mit Sex, Kitsch und Ironie zum Kunst-Superstar. Jetzt zeigen Ausstellungen in Basel und Frankfurt sein schillerndes Werk.

"Michael Jackson and Bubbles": doppelbödig und ironisch
REUTERS

"Michael Jackson and Bubbles": doppelbödig und ironisch


In Michel Houellebecqs jüngstem Roman "Karte und Gebiet" ist von einem Bild die Rede mit dem Titel "Damien Hirst und Jeff Koons teilen den Kunstmarkt unter sich auf". Das mag Fiktion sein, aber die Realität ist gar nicht so anders: Während dem Briten Hirst derzeit eine große Austellung in der Londoner Tate Modern gewidmet ist, wird Jeff Koons auf dem Kontinent hofiert.

Ab Mai zeigt die Fondation Beyeler in Basel eine Retrospektive des amerikanischen Kitschkunst-Superstars. Unter den Werken die kolossale Blumenskulptur "Split-Rocker" aus Abertausenden echter Pflanzen, zu sehen im Park des Museums, und Koons' berühmte Porzellanfigurengruppe "Michael Jackson and Bubbles".

Jeff Koons, Jahrgang 1955, wurde in den späten Achtzigern mit der unbedarft kitschigen Serie "Banality" bekannt. Die zeigte neben Jackson auch zwei drollige Engel mit einer übergroßen Sau. 1991 inszenierte er sich gemeinsam mit seiner Frau, der italienischen Pornodarstellerin Ilona Staller, in der Fotoserie "Made In Heaven" und wurde so zum ersten Kunstbetriebs-Popstar seit dem Tod von Andy Warhol - mehr als Warhol aber setzte Koons auf Doppelbödigkeit und Ironie hinter glatten, oft Postershop-tauglichen Oberflächen.

Ab 21. Juni wird eine der insgesamt drei Jackson-Figuren Koons' auch in Deutschland ausgestellt: Das Frankfurter Liebieghaus zeigt "Jeff Koons - The Sculptor". Parallel dazu gibt es in der Schirn eine Ausstellung mit Gemälden des Popart-Kitsch-Meisters: "Jeff Koons - The Painter".

In allen drei Auzsstellungen wird sich zeigen: Inhaltlich machen Hirst und Koons halbe-halbe. Der Brite beackert den Tod, das Geld und die Macht. Bei Koons geht es um Unschuld, Sex und Glück.

Jeff Koons, Fondation Beyeler, Basel, 13.5.-2.9. 2012; "Jeff Koons - The Painter", Schirn Kunsthalle, Frankfurt am Main, 20.6.-23.9. 2012, "Jeff Koons - The Sculptor", Liebieghaus Frankfurt, 20.6.-23.9. 2012.

Karin Schulze

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