Fotostrecke

Übermaltes Jesus-Fresko: Rentnerin fordert Geld

Foto: Toni Galan/ dpa

Übermaltes Jesus-Fresko Spanische Rentnerin fordert Gewinnanteil

Durch ein plump übermaltes Jesus-Fresko brachte es Cecilia Giménez zur Internet-Sensation - und der nordspanische Ort Borja wurde zum Touristenmagneten. Jetzt fordert die Rentnerin ihren Anteil am Gewinn. Die Erben des eigentlichen Malers drohen derweil mit Klage.

Hamburg/London/Borja - Von der Kunst, ein Bild zu restaurieren, mag Cecilia Giménez nicht allzu viel verstehen. Mit der plumpen Übermalung eines "Ecce Homo"-Motivs in der Kirche des nordspanischen Orts Borja brachte die Rentnerin es im August 2012 zur Internetsensation: Weit über die spanischen Grenzen hinaus amüsierten sich die Menschen über den Anblick des von ihr verunstalteten Freskos.

Um so mehr versteht Giménez offenbar von den Gesetzen des Marktes. Wie die britische Tageszeitung "The Guardian" meldet, fordert die 80-Jährige nun ihren Anteil am Gewinn - schließlich dürfte es allein ihr Verdienst gewesen sein, dass seitdem unzählige Touristen auf ihrer Spanienreise Borja aufsuchten und dort die von der örtlichen Kirchengemeinde erbetenen vier Euro für den Blick auf Giménez' Werk entrichteten. Insgesamt sollen bereits mehrere tausend Euro zusammengekommen sein.

Nun hat die Rentnerin einen Anwalt zur Wahrung ihrer Urheberrechte beauftragt. Das Geld will sie spenden - der Muskelschwund-Hilfe. Auch ihr Sohn leidet an der Krankheit.

Wie lange die Einnahmen in Borja noch sprudeln, ist allerdings ungewiss. Die Erben von Elías García Martínez, der das - von der Rentnerin fast unkenntlichgemachte - Originalfresko geschaffen hatte, fordern die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands. Und behalten sich rechtliche Schritte vor.

sha
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.