Joanne K. Rowling Harry-Potter-Autorin spendet Millionen

Die englische Erfolgsautorin Joanne K. Rowling spendet Millionenbeträge für wohltätige Zwecke. Unterdessen gibt es in Deutschland weiterhin Streit um die illegalen Übersetzungen.


Joanne K. Rowling: "Wie blöd müsste ich sein?"
DPA

Joanne K. Rowling: "Wie blöd müsste ich sein?"

London - Rowling, 34, die nach ihrer Scheidung ihre Tochter Jessica allein großzieht, lebte Anfang der neunziger Jahre in Edinburgh und bezog Sozialhilfe. Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Wie die britische Zeitung "Sun" berichtet, zählt Rowling mit einem Einkommen von umgerechnet 65,6 Millionen Mark im vergangenen Jahr zu den reichsten Frauen Großbritanniens.

Nun soll die Autorin eine "Strategie zur Gewinnvergabe" entwickelt haben. Neben der Spende für allein Erziehende sollen weitere Beträge in Millionenhöhe an zwei weitere Wohltätigkeitsorganisationen gehen. Dazu zählt auch eine Stiftung zur Erforschung von Multipler Sklerose - Rowlings Mutter starb an dieser Krankheit.

Rowling beschrieb in der "Sun" zum ersten Mal ihr Leben mit 70 Pfund Sozialhilfe in der Woche. Damals wurde ihr der Neuanfang in Schottland nicht leicht gemacht. "Wir vermieten nicht an Sozialhilfeempfänger", wurde ihr immer wieder am Telefon gesagt. "Man muss zahllosen Fremden erklären, warum man ohne einen Pfennig ist und ein Kind allein erzieht", schrieb Rowling. "Als ich das erste Mal in der Post in der Schlange stand, um meine Sozialhilfe abzuholen, hatte ich das Gefühl, dass ein enorm großer Neonlicht-Pfeil auf mich zeigt."

Die Autorin sagte, sie habe in Cafés geschrieben, "weil ich mir gerne den Kaffee von anderen servieren lasse". Es sei aber nicht wahr, dass sie, wie oft zu lesen war, mit den Cafébesuchen aus einer nassen und kalten Wohnung entfliehen wollte. "Wie blöd müsste ich sein, eine ungeheizte Wohnung zu mieten?"

Währenddessen ist kurz vor der Veröffentlichung des neuen Harry Potter-Bandes erneut Streit um die unautorisierten Übersetzungen im Internet von Potter-Fans entbrannt. Wie der Berliner Website-Betreiber Bernd Koelemann berichtete, habe der Hamburger Carlsen Verlag den Übersetzungswettbewerb Harry-auf-Deutsch.de durch seinen Rechtsanwalt verbieten lassen. Der Verlag argumentierte, die Harry Potter-Fanseiten würden massiv für Werbezwecke genutzt. So sei unter anderem auf dem Werbeplatz im Gästebuch ein Link zu einer Pornoseite installiert. Allerdings nur am späteren Abend.

"Wir kooperieren nicht mit Partnern, die die Faszination für die Welt von Harry Potter für die Verbreitung von indizierten Inhalten benutzen", teilte der Verlag mit. "Wir fühlen uns im Namen unserer Leser getäuscht und distanzieren uns in aller Form von den Interessen des Betreibers der Internetseite."

Website-Betreiber Koelemann sagte, das Gästebuch gebe es im Internet kostenlos, man müsse jedoch die Werbefläche akzeptieren und welche Werbung geschaltet werde, bestimme ausschließlich der Hersteller des Gästebuches. Die Betreiber der Seite hätten keinerlei Einfluss darauf. Das Gästebuch sei mittlerweile entfernt worden.

Der Carlsen Verlag hatte bereits im September die Übersetzungen einzelner Kapitel des bislang nur auf Englisch vorliegenden neuen Potter-Bandes auf der Internet-Seite per einstweiliger Verfügung verboten.



© SPIEGEL ONLINE 2000
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.