Berufungsverfahren Kachelmann und Springer wieder vor Gericht

Die nächste Runde im Verfahren zwischen Jörg Kachelmann und dem Springer-Verlag hat begonnen. Die Richterin deutete bereits an, dass Kachelmann sich auf weniger Schmerzensgeld einstellen müsse.

Jörg Kachelmann
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Das Berufungsverfahren zwischen dem Moderator Jörg Kachelmann und dem Axel-Springer-Verlag ging heute morgen vor das Oberlandesgericht Köln. Beide Seiten waren nach dem Urteil im September in Berufung gegangen, bei dem Kachelmann das Rekordschmerzensgeld von 635.000 Euro zugesprochen worden war. Heute deutete die Richterin an, dass diese Entscheidung möglicherweise keinen Bestand haben wird und Kachelmann sich auf eine geringere Summe einstellen muss.

Das Landgericht Köln hatte im September 2015 entschieden, Kachelmann sei durch die Berichterstattung der "Bild"-Zeitung in seinem Selbstbestimmungsrecht verletzt worden. Es geht um die mediale Begleitung des aufsehenerregenden Vergewaltigungsprozesses von 2011, in dem Kachelmann freigesprochen wurde. Seine Ex-Geliebte hatte ihn damals angezeigt.

Im Berufungsprozess will Kachelmann nun mit seinem Anwalt 950.000 Euro erstreiten. Der Axel-Springer-Verlag hatte bereits vor dem Spruch des Landgerichts im September angekündigt, in Revision gehen zu wollen.

Am ersten Tag des Berufungsverfahrens sagte die Vorsitzende Richterin Margarete Reske, es habe damals keine Kampagne gegen den Moderator gegeben. Auch bezeichnete sie einige Artikel als "harmlos", die Kachelmanns Anwalt wegen Verletzung des Persönlichkeitsrechts angegriffen hatte.

kae/dpa



insgesamt 45 Beiträge
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Mister Stone 28.04.2016
1. Effizienz
Es ist sehr effizient, dass die Richter heutzutage ihre Urteile bereits vor der Beweisführung bekannt geben. Nicht nur hier, auch bei den Luftverfahren gegen die Banker.. Das vereinfacht unser Rechtssystem. Und das wollen wir doch alle.
Ericmuc 28.04.2016
2. Harmlos?
Ja, vielleicht einige Artikel, aber Kachelmann wurde vorverurteilt! Die Klägerin wurde der Lüge überwiesen und die Falschheit der Artikel der Presse somit im nachhinhein bewiesen. Wer damit eine Existenz vernichtet, muss dafür bezahlen!
Tante_Frieda 28.04.2016
3. Geldnot?
Mein Gott,der Herr Kachelmann,der viele Jahre lang sehr gut vom deutschen Fernsehen alimentiert wurde,wird doch nicht etwa in Geldnot sein?Ja,das Leben in der Schwiiz ist eben sehr teuer,oddr?
purple 28.04.2016
4. Richter fühlen sich wie der liebe Gott
Wenn ein Richter schon am ersten Tag so einen Müll erzählt, hilft nur noch ein Befangenheitsantrag. Herr Kachelmann wurde von Springer so vernichtet, daß er beruflich nie mehr auf die Füße kam. Ich halte da einen vollen Ersatz des entgangenen Einkommens + Schmerzensgeld wg. nicht mehr möglicher beruflicher Verwirklichung für angemessen.
ihawk 28.04.2016
5. Unabhängige Richter/in ?
Die Aussage der Richterin belegt Befangenheit und damit sollte diese Instanz eigentlich schon beendet sein. Sollte die BILD mal endlich für die Schäden haften, die täglich von dieser Zeitung angerichtet werden, sollte es mich freuen ... Oder BILD müsste auf BILD SATIRE umfirmieren.
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