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29. Juli 2017, 16:07 Uhr

US-Fotopublizist

John Morris ist tot

Er veröffentlichte einige der wichtigsten Fotos des 20. Jahrhunderts - und wurde so selbst zur Legende: Jetzt ist der amerikanische Bildredakteur John Morris im Alter von 100 Jahren in Paris gestorben.

Die Bilder aus den Kriegsgebieten dieser Welt machten andere - aber er sorgte dafür, dass die Menschen sie auch zu sehen bekamen: Der berühmte US-Fotopublizist John Morris ist tot. Er verstarb am Freitag im Alter von 100 Jahren in Paris, wie die Agentur Magnum mitteilte, für die er lange tätig war. Morris publizierte zahlreiche weltbekannte Fotografien vom Ende des Zweiten Weltkriegs und aus Vietnam. "Eine Legende ist gestorben", erklärte der Verband World Press Photo.

Morris, der schon als Student in Chicago als Bildredakteur arbeitete, war ein Freund des Magnum-Mitgründers und Fotografen Robert Capa. Bereits 1944, drei Jahre vor der Gründung der Agentur, hatte er Capas Bilder der US-Landung in der Normandie für das Magazin "Life" bearbeitet. 1953 schloss sich Morris dann selbst Magnum an. In einem Interview sagte er 2016: "Ich kannte die Gründer von Magnum, bevor sie einander kannten."

In den Sechzigerjahren arbeitete Morris, der selbst überzeugter Pazifist war, für das Frauenmagazin "Ladies' Home Journal" sowie für die Zeitungen "Washington Post" und "New York Times" und setzte durch, dass es umstrittene Fotos aus Vietnam auf die Titelseiten schafften - darunter das Bild des nackten Mädchens Kim Phuc, das schreiend nach einem Napalm-Angriff davonrennt, und das eines mutmaßlichen Vietcong-Kämpfers, der durch Kopfschuss getötet wird. Beide Arbeiten wurden zu Symbolen der furchtbaren Realität des Vietnamkriegs und später mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet.

eth/AFP

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