Gruner + Jahr stellt Joko Winterscheidt-Magazin ein "Es fällt uns allen nicht leicht. Aber es ist richtig"

Vor zwei Jahren war Gruner + Jahr mit dem Magazin des Moderators an den Kiosk gegangen, jetzt geben Verlag und Namensgeber Joko Winterscheidt bekannt: Im Dezember wird "JWD" eingestellt.

Joko Winterscheidt
Anatol Kotte

Joko Winterscheidt


Man wolle das Projekt beenden wie eine Fernsehstaffel: Der Verlag Gruner + Jahr (G+J) und TV-Moderator Joko Winterscheidt stellen das Personalitiy- Magazin "JWD - Joko Winterscheidts Druckerzeugnis" ein. Im Dezember soll es noch eine Ausgabe geben, das "große Staffelfinale", wie es in einer Mitteilung heißt.

Dabei war man mit dem Männermagazin ambitioniert mit einer Auflage von 200.000 Exemplaren gestartet; die Redaktion besteht aus sieben Journalisten. Mittlerweile beträgt die Auflage noch etwa 50.000 Magazine. Das sei im Markt der Männermagazine durchaus zufriedenstellend, sagte eine Sprecherin, und auch die Anzeigenerlöse hätten sich auf einem guten Niveau bewegt.

Erste Ausgabe der JWD: Kumpelhaft in der Ansprache, hedonistisch im Habitus

Erste Ausgabe der JWD: Kumpelhaft in der Ansprache, hedonistisch im Habitus

Verlag und Winterscheidt hätten jedoch entschieden, das Projekt zu beenden - vorerst. Es könne eventuell später wieder aufgenommen werden. "Es fällt uns allen nicht leicht. Aber es ist richtig", sagte Winterscheidt über die Entscheidung in einem Interview mit dem Branchenportal "Meedia". Er sei anfangs sehr selbstbewusst gewesen, habe aber lernen müssen, "dass der Markt anders funktioniert". Weiter sagte er: "Für mich sind aber auch andere Parameter deutlich wichtiger: Wir haben unfassbare Geschichten auf der ganzen Welt gemacht und unser Konzept knallhart durchgezogen."

"JWD" ist ein Reportage-Magazin, das zehn Mal im Jahr erschien, kumpelhaft in der Ansprache, hedonistisch im Habitus. Bei G+J reihte es sich ein in das Segment der Personality-Titel, also Magazine mit prominenten Namen und Gesichtern - wie "Barbara" von und mit Barbara Schöneberger, "Guido" mit Guido Maria Kretschmer und den Magazinen von Eckart von Hirschhausen, Fußballer Jérôme Boateng und der Influencerin Holly Becker.

evh/eth/dpa



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