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09. Juli 2013, 18:44 Uhr

Russische Konfliktregion

Journalist im Nordkaukasus erschossen

Immer wieder hatte er Drohungen erhalten, erst im Januar überlebte Achmednabi Achmednabijew einen Anschlag. Jetzt ist der Journalist in der Konfliktregion Nordkaukasus umgebracht worden - Ermittler vermuten ein politisches Motiv hinter der Tat.

Machatschkala - Mit Kopfschüssen in seinem Auto hingerichtet: Ein politischer Journalist ist in der russischen Konfliktregion Nordkaukasus vor seiner Haustür von Unbekannten erschossen worden. Achmednabi Achmednabijew starb noch am Tatort in der Teilrepublik Dagestan an den Folgen seiner schweren Verletzungen, teilte die Ermittlungsbehörde mit.

Achmednabijew war Chefkorrespondent für die Wochenzeitung "Nowoje Delo", die immer wieder über Korruption innerhalb der Regierung berichtet. Zudem arbeitete er für das bekannte Internetportal kavkaz-uzel.ru. Mehrfach soll der Journalist jedoch Drohungen erhalten haben, erst im Januar überlebte er einen Anschlag - nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters soll der am gleichen Tatort verübt worden sein, wie nun der Mord.

17 Journalisten in 20 Jahren zu Tode gekommen

Reporter, die im islamisch geprägten Nordkaukasus recherchieren, werden immer wieder Opfer von Gewaltverbrechen. So wurden etwa die bekannten Journalistinnen Anna Politkowskaja und Natalia Estemirowa ermordet, die aus der Konfliktregion berichtet hatten. In dem Gebiet kämpfen Islamisten für ein von Moskau unabhängiges Emirat, auch kriminelle Banden verüben häufig Anschläge.

Achmednabijew ist der 17. Journalist, der in den vergangenen 20 Jahren unter ungeklärten Umständen in Dagestan ums Leben kam. Etwa 300 Verwandte, Freunde und Kollegen trugen seinen Leichnam in einer Prozession durch das Zentrum der dagestanischen Hauptstadt Machatschkala.

Ermittler in Moskau vermuten laut Nachrichtenagentur Associated Press, dass seine journalistische Arbeit das Motiv für den Mord war. "Man bekommt das Gefühl, dass jemand selbst das kleinste Stückchen Wahrheit unterdrücken will", schrieb eine Menschenrechtsorganisation.

vks/dpa/AP/Reuters

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