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Verlagsgruppe Weltbild: In der Kritik für "Das neue Kamasutra"

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Nach Schmuddel-Blamage bei Weltbild Katholische Kirche geht jetzt stiften

Die katholische Kirche ändert ihre Meinung - was ja nicht so häufig passiert: Weltbild soll nun doch nicht verkauft werden. Der Verlag war wegen des Vertriebs erotischer und esoterischer Titel ins Gerede gekommen und soll jetzt in eine Stiftung umgewandelt werden.

Würzburg/Hamburg - Ach Du lieber Gott! Erotik! Esoterik! Wegen des Vorwurfs, der Weltbild-Verlag führe zu viele Titel aus diesen eher kirchenfernen Themenkreisen im Angebot, hatte die Deutsche Bischofskonferenz beschlossen, das Unternehmen zu verkaufen. Doch der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zufolge wird die Verlagsgruppe nun doch nicht verkauft, sondern von der katholischen Kirche in eine gemeinnützige Stiftung umgewandelt. Das bestätigte am Mittwoch der Vorsitzende der Geschäftsführung des Verlags, Carel Halff.

Die Gesellschafterversammlung habe am Dienstag beschlossen, dass sämtliche Anteile der Weltbild-Gruppe in eine neu zu gründende Stiftung eingebracht werden sollen. "Für alle Mitarbeiter ist das eine gute Perspektive, denn nichts ist so auf Dauer angelegt wie eine Stiftung", sagte Halff. Die Stiftung, deren Unternehmensform eine GmbH bleibe, solle gemeinnützige, kulturelle und kirchliche Ziele verfolgen.

Im vergangenen Jahr hatte der Ständige Rat der Bischofskonferenz feststellen müssen, dass es der Weltbild-Geschäftsführung nicht gelungen sei, "die internetgestützte Verbreitung sowie die Produktion von Medien, die den ideellen Zielen der Gesellschafter widersprechen, im eigenen Bereich bzw. im Bereich der Unternehmensbeteiligungen hinreichend zu unterbinden". Die Glaubwürdigkeit der Verlagsgruppe und ihrer Gesellschafter habe darunter gelitten. Deshalb kam die Deutsche Bischofskonferenz im November 2011 zu dem Beschluss, sich von der Buchhandlung "ohne jeden Verzug" zu trennen.

Der Zank um das Erotik- und Esoterikangebot von Weltbild war im Oktober nach einem Bericht des Fachmagazins "buchreport"  ausgebrochen. Demnach waren bei Weltbild unter dem Stichwort Erotik mehr als 2500 Titel zu finden. Die katholische Kirche reagierte mit der Ankündigung, "den Vertrieb möglicherweise pornografischer Inhalte" unterlassen zu wollen.

Der Weltbild-Verlag zählt zu den größten Buchhändlern in Deutschland und ist zur Hälfte auch an der Hugendubel-Kette beteiligt. Die Filialen des Antiquariats Jokers gehören ebenfalls zu der Gruppe. Der Weltbild-Verlag steht im Besitz von zwölf deutschen Diözesen und der Soldatenseelsorge Berlin.

bos/dpa/Reuters
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