Klage wegen Fotos Caroline von Hannover erringt Teilerfolg

Der Bundesgerichtshof hat entschieden: Die harmlosen Urlaubsfotos von Caroline von Hannover sind gar nicht harmlos. Sondern eine Verletzung der Privatsphäre. Teilsieg für die Aristokratin in einem Rechtsstreit, der auch eine Grundsatzdebatte ist.


Karlsruhe - Caroline von Hannover hat mit Klagen gegen die Veröffentlichung von Fotos aus ihrem Urlaub einen Teilerfolg vor dem Bundesgerichtshof (BGH) errungen. Das Karlsruher Gericht gab heute den Klagen der Monegassen-Prinzessin und ihres Ehemanns Ernst August gegen Zeitschriftenverlage teilweise statt.

Caroline von Hannover: Sessellift ist tabu
REUTERS

Caroline von Hannover: Sessellift ist tabu

Einige der Fotos, auf denen das prominente Ehepaar unter anderem im Sessellift und auf belebter Straße im Skiurlaub zu sehen war, seien eine Verletzung ihrer Privatsphäre, entschied der BGH. Carolines Anwälte hatten sich auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte berufen, das einen stärkeren Schutz für Prominente angemahnt hatte.

Wie das Karlsruher Gericht erklärte, habe man wegen des Straßburger Urteils das Verhältnis zwischen Pressefreiheit und Privatsphäre in Deutschland neu austarieren müssen. Demnach genießen künftig so genannte "absolute Personen der Zeigeschichte, über die bisher auch ohne einen konkreten Anlass berichtet werden durfte, einen verstärkten Schutz gegen ungenehmigte Fotos. Bei der Entscheidung, ob solche Fotografien veröffentlicht werden dürfen, werde in Zukunft der Informationswert der dazu gehörenden Berichterstattung eine Rolle spielen.

Ursprünglich hatte der BGH zwar fünf Fotos der Prinzessin in privater Begleitung in einem Gartenlokal für unzulässig erklärt. Weitere acht jedoch waren zugelassen worden, weil sich die Prinzessin "in diesen Fällen in die Öffentlichkeit begeben" habe und damit "Teil der Öffentlichkeit" geworden sei.

Die Straßburger Richter hatten jedoch alle Bilder beanstandet: Caroline erfülle "keine offizielle Funktion", die Fotos trügen nicht "zu einer Debatte von allgemeinem Interesse bei".

Gebilligt hat der BGH heute allerdings Fotos, die im Zusammenhang mit der schweren Krankheit des damals regierenden Fürsten Rainier von Monaco standen. Sie zeigten die monegassische Prinzessin im Skiurlaub, während der Text darauf hinwies, dass ihre Schwester den Vater pflege.

dan/dpa



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