Köln "Stadt-Anzeiger" und "Express" werden zusammengelegt

Die Redaktionen zweier großer Tageszeitungsredaktionen in Köln werden künftig aus einem gemeinsamen Newsroom berichten. Bei der Zusammenlegung werden 18 Stellen gestrichen.

Titelseite Kölner Stadt-Anzeiger 02.02.17

Titelseite Kölner Stadt-Anzeiger 02.02.17


Die Sparbestrebungen der DuMont-Mediengruppe gehen weiter. Am Donnerstag wurde bekannt, dass der Verlag die beiden Kölner Tageszeitungen "Stadt-Anzeiger" und "Express" zusammenlegen wird. Die Redaktionen sollen in einen gemeinsamen Newsroom ziehen. Im Zuge dieser Umstellung trenne man sich von 18 Mitarbeitern, teilte der Verlag mit.

Möglich werden solle so der Austausch von Inhalten in den großen Ressorts wie Lokales und Sport. Nicht mehr getrennt werden Aufgaben wie Video, Grafik, Foto, Datenanalyse oder die Suchmaschinenoptimierung, hieß es weiter. Die anderen der insgesamt 250 Redakteure sollen aber weiterhin für ihr jeweiliges Blatt schreiben.

Das ist der feine Unterschied zu dem Modell, das DuMont in Berlin verfolgt, um Auflagenverluste aufzufangen: In der Hauptstadt hat der Verlag "Berliner Zeitung" und "Berliner Kurier" ebenfalls in einem Newsroom zusammengelegt. Allerdings produzieren dort alle Mitarbeiter für beide Marken. In Berlin wurden bei der Umstellung 50 Stellen gestrichen.

Ziel bei der neuen Kooperation in Köln sei es, so DuMont, die "unverwechselbare Identität" der beiden Titel zu erhalten und die "Markenstrategie" weiter zu "schärfen". Erst am Mittwoch war bekannt geworden, dass ab 1. Juli Constantin Blaß den "Express" als Chefredakteur leiten wird. Er folgt auf Carsten Fiedler, der verlagsintern die Stelle gewechselt hat: Er leitet nun den "Stadt-Anzeiger".

kae/dpa



insgesamt 3 Beiträge
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sven2016 02.02.2017
1.
Das hatten wir bei der WAZ-Gruppe doch auch schon. Letztlich wird die Vielfalt der Informationen und Berichte dann auf das Auswerten der abonnierten News der drei(?) großen Nachrichtenagenturen reduziert, die Fotos dazu kommen von den großen Bildagenturen. Ob das nicht dazu führen kann, dass noch mehr Leute auf online-News wechseln? ...
boeserjunge 02.02.2017
2. fantasielos
Die Zusammenlegung zeigt nur wieder deutlich, dass es den Verlagen an Strategie fehlt. Wie soll in einem Newsroom ein Profil entstehen. Ergebnis wird sein, dass die Zeitungen noch mehr an Profil und wirklicher Regionalität verlieren. Damit wird die eigentlich Lücke (Regional, nah dran und vorort) vertan und im Ergebnis wieder ein Grund mehr geschaffen, keine Zeitung mehr lesen zu wollen. Nächster Schritt, begründet natürlich mit Wirtschaftlichkeit, wird die Schliessung des Stadtanzeigers sein oder Express (je nachdem welche Marke noch einigermaßen Relevanz hat) Kurzum, nicht das Internet oder gar die bösen "Googlisten" sind das Problem, sondern die Verlage sind selbst das Problem. Nennen Sie mal 5 Argumente warum ein 25-30-jähriger eine zeitung abonnieren sollte ... es gibt keine wirklichen USPs mehr.
berndasbrot 03.02.2017
3. Die beiden Zeitungen...
......sind von den Inhalten fast deckungsgleich. Politisch gleichermassen linksgrün ausgerichtet, der Express halt komplett auf Boulevard-Niveau ("Eff-Zäh, Karneval, Lecker Mädsche, Dschungelcamp"), der KSTA für die etwas gebildetere Klientel. Aber da viele Artikel im Wortlaut wirklich deckungsgleich sind, gibt es da sicherlich Einsparpotential / Synergien. Freuen wir uns auf den KSTE - Kölner Stadt Express.
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