Körber-Stiftung Drei Millionen für Elbphilharmonie

77 Millionen Euro Spendengelder braucht Hamburgs Senat für die geplante Elbphilharmonie, mehr als 52 sind bereits zusammen gekommen. Heute reihte sich die Körber-Stiftung in das Ensemble der zahlreichen Geldgeber ein - mit einem Drei-Millionen-Fonds.


Hamburg - "Kultur ist eine Lebensader", erklärte unlängst Hamburgs Ex-Bügermeister Klaus von Dohnanyi, 77, im SPIEGEL-Interview. Damit sie richtig durchblutet wird, muss anständig Geld fließen. Im Fall der für Hamburg geplanten Elbphilharmonie lässt sich längst nicht mehr von einem Spendenfluss, sondern von einem monetären Sturzbach sprechen: Von den 77 Millionen Euro Spendengelder, die der Senat benötigt, sind bereits mehr als 52 zusammengekommen.

Computergrafik der geplanten Elbphilharmonie: Geld und Bürgersinn
DPA

Computergrafik der geplanten Elbphilharmonie: Geld und Bürgersinn

Jüngstes Mitglied im philharmonischen Geldgeber-Ensemble: die Hamburger Körber-Stiftung. Das renommierte Institut stellt drei Millionen Euro für das künstlerische Programm des geplanten Konzerthauses bereit. "Mit diesem als offenem Fonds angelegten Betrag im Vermögen der Stiftung Elbphilharmonie möchten wir schon vor Baubeginn einen dauerhaften inhaltlichen Akzent in der Musikszene setzen", sagte Christian Wriedt, Vorstandsvorsitzender der Körber-Stiftung, heute der Nachrichtenagentur dpa. Der Fokus der Aktivitäten soll auf jungen Künstlern und einer lebendigen Vermittlung liegen.

Bislang vermittelt sich vor allem eines: ein Bürgersinn, der sich die ästhetisch-städtische Selbstdarstellung einiges kosten lässt. Dass 186 Millionen Euro teure Konzerthaus, das auf einem alten Kakaospeicher im Hamburger Hafen bis zum Jahr 2009 errichtet werden soll, mobilisierte eine noch nie dagewesene finanzielle Großzügigkeit.

So spendete das Unternehmerpaar Hannelore und Helmut Greve 30 Millionen Euro, Versandhauschef Michael Otto steuerte zehn Millionen bei. Die Hermann-Reemtsma-Stiftung zog gleich. Eine anonyme Spenderin berappte zwei Millionen Euro, die Deutsche Bank gab vergangene Woche 200.000 Euro. Nicht zu vergessen die 200 Kleinspender, die 83.000 Euro investierten.

Der Körber-Fonds kommt allerdings nicht - anders als die bislang gespendeten Summen - dem Bauvorhaben zugute, sondern dem künstlerischen Betrieb. "Die Idee zum Körber-Fonds basiert auf der langjährigen Erfahrungen der Körber-Stiftung in ihrem Kulturengagement für Hamburg", so Wriedt. Kultursenatorin Karin von Welck (parteilos) freute sich: "Diese Unterstützung bedeutet enorm viel für uns, denn damit besteht die Möglichkeit, bereits in diesem Jahr mit innovativen Musikprojekten Hamburg auf den Start der Elbphilharmonie Einzustimmen."



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