Kritik an den Medien Käßmann fordert mehr Religions-Berichterstattung

Die ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann wünscht sich mehr Berichte über religiöse Themen. Sie warf den Medien im SPIEGEL eine "Verachtung" der Realität vor. Schließlich gingen mehr Menschen regelmäßig in den Gottesdienst als in ein Fußballstadion.
Margot Käßmann (im Juni): "Ich finde diesen Traditionsverlust wirklich traurig"

Margot Käßmann (im Juni): "Ich finde diesen Traditionsverlust wirklich traurig"

Foto: dapd

Hamburg - Margot Käßmann findet religiöse Themen in den Medien unterrepräsentiert. "Es ist eine Verachtung der Realität, dass in den Medien solche Themen so wenig vorkommen. Ich finde diesen Traditionsverlust wirklich traurig" sagte die zurückgetretene Landesbischöfin und EKD-Ratsvorsitzende dem SPIEGEL. Auch sei die Bedeutung von Feiertagen nicht jedem klar: Die Menschen wüssten oft gar nicht, was gefeiert wird und verwechselten etwa den Reformationstag mit Halloween.

"50 Millionen Menschen in Deutschland sind Mitglieder einer Kirche. Fünf Millionen gehen regelmäßig am Sonntag in einen Gottesdienst, nur 700.000 besuchen am Wochenende ein Fußballstadion. Über Fußball aber wird ständig berichtet", so Käßmann. Das könne allerdings auch an den Einschaltquoten liegen: Das "Wort zum Sonntag" schalten immerhin knapp zwei Millionen Fernsehzuschauer ein, am Fußball-Samstag sitzen aber durchschnittlich zwischen fünf und sechs Millionen Menschen vor den Geräten.

Über die Zeit nach ihrem in den Medien omnipräsenten Rücktritt sagte Käßmann: "Ich bin einfach froh, meine Ruhe zu haben. Auch alle Einladungen zu Jahresrückblicken von Gottschalk bis Jauch habe ich abgesagt."

ore

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