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Berlusconi-Figur im Sarg: "Der Traum der Italiener"

Foto: ALESSANDRO BIANCHI/ REUTERS

Kunstausstellung Berlusconi als lüsternes Schneewittchen

Die Hand an der offenen Hose, im Gesicht ein seliges Lächeln, an den Füßen Mickymaus-Pantoffeln: So liegt Silvio Berlusconi mitten im römischen Regierungsviertel in einem Glassarg - als Kunstharzfigur. Mit der Kurzzeitausstellung prangern zwei Künstler die Skandale des Cavaliere an.

Rom/Hamburg - In Italien ranken sich Gerüchte um Silvio Berlusconis politisches Comeback, der ehemalige Ministerpräsident erfreut sich offenbar guter Gesundheit - und ist doch mitten in Rom in einem Glassarg zu sehen: Mit einer makaberen Kunstharzfigur sorgen zwei italienische Künstler für Furore. In einer nur dreitägigen Ausstellung im Palazzo Ferrajoli genau gegenüber dem italienischen Regierungssitz zeigen Antonio Garullo und Mario Ottocento derzeit Berlusconi als Leiche. Das Werk trägt den Titel: "Der Traum der Italiener".

Die Tatsache, dass Berlusconi als Leiche dargestellt wird, ist nicht die größte Provokation des Kunstwerks - vielmehr sind es die eindeutigen Verweise auf die Skandale des früheren Regierungschefs: Auf den ersten Blick wirkt der künstliche Cavaliere im maßgeschneiderten Anzug noch sehr würdig. Doch sein entrücktes Lächeln, die Hand an der aufgeknöpften Hose und der wilde Zustand von Hemd und Krawatte verraten die Aussage des Kunstwerks.

Zudem stecken die Füße der Berlusconi-Figur in Mickymaus-Pantoffeln. Sie sollen laut Garullo und Ottocento "die schmierenkomödiantische Seite Berlusconis" zeigen. Fast 20 Jahre lang dominierte der milliardenschwere Berlusconi die italienische Politik, zuletzt sorgte er aber vor allem durch seine Sexaffären für Schlagzeilen und musste auch wegen seines Versagens in der Euro-Krise sein Amt räumen.

"Wir dachten an die Vorstellung, die wir als Zuschauer uns in den vergangenen Jahren von unserem Staatslenker gemacht haben", erklärten die beiden Künstler. Ihr Werk sei deshalb auch Sinnbild des "früheren und möglicherweise auch künftigen Personenkults" um den heute 75-Jährigen.

fdi/AFP
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