Kunst-Biennale Vitamine für Frankfurt

Auch so lässt sich Gewässerschutz betreiben: Der niederländische Künstler Jasper van den Brink hat in Frankfurt am Main eine Wurfmaschine aufgestellt, die vier Orangen pro Minute in den Main schleudert ­ und so dem siechen Fluss ein paar Vitamine zuführt.


Sein lustiger Apparat ist Teil einer durchaus ernst gemeinten Veranstaltung: der Manifesta, der vierten "Europäischen Biennale zeitgenössischer Kunst". Die Schau, die alle zwei Jahre in einem anderen Land stattfindet, wurde am Wochenende in Frankfurt eröffnet (bis 25. August). Die Veranstalter wollen in Museen und auf Plätzen "Kunst für alle" präsentieren.

Manches muss das Publikum aber erst einmal mühsam ausfindig machen: Der Russe Anton Litvin lädt mit lebensgroßen Kunststoffpuppen zum heiteren Beruferaten ­ seine Figuren stehen hoch auf Dächern, Details sind nur durch Ferngläser zu erkennen: Da räkelt sich lasziv eine junge Dame im roten Dress. Doch die rothaarige Schönheit ist kein Kunst-Luder, sondern stellt bei näherer Betrachtung eine Mechanikerin im Overall dar ­ in einer typischen Berufshaltung: liegend, um Autos von unten zu betrachten.



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