Kunst-Katastrophe Saatchi-Sammlung geht in Flammen auf

Charles Saatchi, weltberühmter Werbe-Mogul und Mäzen, ist am Boden zerstört: Ein Großteil seiner kostbaren Sammlung zeitgenössischer Kunst fiel einem Brand zum Opfer. Die Fachwelt spricht von einer Tragödie.

Hunderte von prominenten Werken der "BritArt"-Bewegung aus der Sammlung des Kunstmäzens Charles Saatchi sind Berichten vom Mittwoch zufolge bei einem Feuer in einem Londoner Lagerhaus verbrannt. Nach ersten Schätzungen ist ein Schaden in Millionenhöhe entstanden. Unter den zerstörten Arbeiten sollen auch weltbekannte Werke von Avantgarde-Künstlern wie Tracey Emin, Damien Hirst, Sarah Lucas und den Brüdern Jake und Dinos Chapman sein.

Von der kostbaren Sammlung sei nichts übrig geblieben, erklärte Carole Hastings, die Sprecherin der Lagerhausfirma Momart, dem "Guardian". Eine offizielle Auflistung der verlorenen Kunstwerke lag am Mittwoch jedoch noch nicht vor. Saatchi ist nach Angaben seines Sprechers "am Boden zerstört".

Die Ursache des Brandes, der schon am Montagabend ausbrach und mehr als 24 Stunden lang wütete, ist noch unklar. Das Lagerhaus wurde von der Firma Momart genutzt, die Kunstwerke verpackt und transportiert und zu den angesehensten Unternehmen der Branche gehört. Auch die Queen sowie Tate Modern und National-Galerie vertrauen ihre Kunst der Firma an.

Eine Installation der Turner-Preis-Gewinnerin Tracey Emin ist dem Brand ebenfalls zum Opfer gefallen. Die blaue Zeltkonstruktion mit dem Titel "Everyone I have Ever Slept With" - alle, mit denen ich mal geschlafen habe - war 1997 in der umstrittenen Ausstellung "Sensation" zu sehen, die später unter anderem in Berlin gezeigt wurde. Des weiteren sollen Werke von Damien Hirst, der vor allem durch seine in Formaldehyd eingelegten Tierkadaver berühmt wurde, sowie die Holocaust-Installation "Hell" der Gebrüder Jake und Dinos Chapman zerstört worden sein.

Für die britische Kunstszene sind die Ereignisse ein Schock. "Im Moment weiß niemand wirklich, wie es aussieht. Aber alle sind furchtbar aufgebracht", sagte ein Sprecher von Hirst. Brian Sewell, Kunstkritiker des "London Evening Standard" erklärte BBC News 24, der Brand sei eine "entsetzliche Tragödie in der Geschichte der zeitgenössischen Kunst."

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