London "Guardian"-Kolumnist Owen Jones auf offener Straße angegriffen

Owen Jones ist eine der profiliertesten linken Stimmen in Großbritannien - nun ist der "Guardian"-Kolumnist vor einem Londoner Pub angegriffen worden. Er spricht von einer Attacke Rechtsextremer.

"Guardian"-Kolumnist Owen Jones (2018): Drei bis vier Männer sollen ihm gefolgt sein
Simon Dawson/ REUTERS

"Guardian"-Kolumnist Owen Jones (2018): Drei bis vier Männer sollen ihm gefolgt sein


Der britische Aktivist und Journalist Owen Jones ist vor einem Londoner Pub von mehreren Unbekannten tätlich angegriffen und verletzt worden. Die Polizei bestätigte den Angriff. Jones selbst geht von einem politischen Motiv aus und spricht von einer rechtsradikalen Attacke.

Jones, Kolumnist für den "Guardian" und den "Observer", hatte nach eigenen Angaben seinen 35. Geburtstag nachgefeiert. Als er gemeinsam mit fünf Freunden um drei Uhr morgens den Pub in London verließ, seien ihnen drei bis vier Männer gefolgt und hätten ihn angegriffen.

Sie hätten ihn in den Rücken getreten, zu Boden geworfen und gegen seinen Kopf getreten. Auch seine Freunde seien von den Männern attackiert worden, als sie versucht hätten, ihm zu Hilfe zu kommen. Er sei relativ glimpflich davongekommen, schrieb Jones auf Twitter: "Es geht mir gut, abgesehen von einer dicken Beule am Kopf und einem aufgekratzten Rücken."

Die Londoner Polizei will nun laut BBC Aufnahmen der Überwachungskameras des Pubs auswerten, die eine Identifikation der Täter ermöglichen könnten.

Dem "Independent" - für den er bis 2014 als Kolumnist schrieb - sagte Jones, in den vergangenen Monaten habe sich die Zahl der Todesdrohungen seitens Rechtsextremer drastisch erhöht. In Bezug auf die Attacke sagte Jones: "Keiner meiner Freunde war überrascht. Alle haben so etwas erwartet."

Jones ist eine der profiliertesten linken Stimmen in Großbritannien und unterstützt die Labour-Partei und die Gewerkschaften. Bekannt wurde er unter anderem durch sein 2011 erschienenes Buch "Prolls. Die Dämonisierung der Arbeiterklasse". Er gehörte zu den Organisatoren der aufsehenerregenden Anti-Trump-Proteste während des Besuchs des US-Präsidenten in London im Juni 2018. Zudem verteidigt Jones, der selbst homosexuell ist, in seinen Kolumnen und bei öffentlichen Auftritten die Rechte von Lesben, Schwulen und Transsexuellen.

Labour-Chef Jeremy Corbyn verurteilte den Angriff auf Jones umgehend als "Attacke auf die Meinungsfreiheit und unsere Grundwerte". Die Rechtsextremen seien in Großbritannien auf dem Vormarsch, warnte Corbyn. Die "Guardian"-Chefredakteurin Katharine Viner sprach von einem ungeheuerlichen Angriff: "Gewalttätige Übergriffe auf Journalisten oder Aktivisten haben keinen Platz in einer demokratischen Gesellschaft."

fdi



© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.