Protest gegen Mäzene Louvre entfernt Sackler-Namen von Tafeln

Vor zwei Wochen protestierten Aktivisten gegen die Unternehmerfamilie Sackler vor dem Louvre. Diese habe die Gefahren der Opioidkrise verharmlost und daran verdient. Jetzt hat das Museum den Namen der Mäzene entfernt.

Aktivisten von P.A.I.N. (Prescription Addiction Intervention Now): wie tot im Brunnen des Louvre
STEPHANE DE SAKUTIN/ AFP

Aktivisten von P.A.I.N. (Prescription Addiction Intervention Now): wie tot im Brunnen des Louvre


Die Tafel, die an die Spenden der Familie Sackler erinnern soll, ist von den Museumsmauern entfernt. Hinweise auf den "Sackler-Flügel", die Sammlung persischer und levantinischer Artefakte des Louvre, wurden zudem auf den Schildern des Museums mit grauem Klebeband verdeckt, der Name von der Museums-Website entfernt. Der Louvre in Paris ist offenbar das erste Museum, das die Verbindung zur philanthropischen Familie Sackler gelöst hat - zuvor hatte es Proteste gegen die Mäzene gegeben, weil ihr Unternehmen in Verbindung mit der US-Opioidkrise gebracht wird. Darüber berichtet unter anderem die "New York Times".

Die offizielle Erklärung für diesen Schritt: Der Name Sackler sei entfernt worden, weil der Louvre die Namensrechte seiner Sponsoren auf 20 Jahre beschränke. Das sagte der Präsident des Museums, Jean-Luc Martinez, dem französischen Radiosender RTL. Jedoch stammte die Spende der Sacklers bereits aus dem Jahr 1993. Warum es seit Erlöschen der Rechte sechs weitere Jahre dauerte, bis das Museum den Namen entfernte, ließ das Museum unbeantwortet. Die Sackler-Familie selbst meldete sich auf Anfrage der "New York Times" nicht zu Wort.

Mitglieder der Sackler-Familie besitzen die Pharmafirma Purdue, die das verschreibungspflichtige Medikament Oxycontin herstellt. Dem Unternehmen und der Eigentümerfamilie wird vorgeworfen, die Gefahren des Schmerzmittels bewusst verharmlost zu haben - Oxycontin kann über Nacht abhängig machen, das Mittel wird mitverantwortlich für die Opioidkrise in den USA gemacht. Die US-Unternehmerfamilie hatte damit Milliarden verdient.

Dagegen gab es bereits vor zwei Wochen Protest vor dem Museum in Paris: Aktivisten der Gruppe P.A.I.N. demonstrierten mit Plakaten vor der gläsernen Pyramide. Später fielen die Demonstranten im Rahmen einer Protestaktion zu Boden, lagen wie tot im Brunnen des Louvre. "Wir akzeptieren nicht, dass das Louvre den Namen einer Familie trägt, die sich eines Verbrechens mitschuldig gemacht hat", hieß es in einer Mitteilung der Aktivisten.

Bereits im März sagten Kulturinstitutionen in Europa und den USA, darunter die Tate-Museumsgruppe in Großbritannien und das Solomon R. Guggenheim-Museum in New York, dass sie keine weiteren Spenden der Familie annehmen würden. Viele Museen gaben allerdings an, die Philanthropie der Familie weiter zu respektieren.

evh



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