Love Week "Leichte Flaschenwürfe"

Eine Woche vor der Love Parade zogen Gegner und Fans durch die Straßen von Berlin. Und wieder siegte der Hedonismus.

Berlin - Die Gegner der Love Parade, Naturschützer wie der Verein "Großer Tiergarten", haben es schwer. Sie konnten mit der frühzeitigen Anmeldung ihrer eigenen Demonstration zwar den Termin der Love Parade um eine Woche verzögern, ihr Auftritt fiel jedoch kläglich aus. Nur einige hundert kamen, um die Love-Parad-Strecke abzugehen. Die meisten Zuschauer waren woanders: 80.000 Schaulustigen gingen zum erstmals veranstaltete Carneval Erotica auf dem Kurfürstendamm.

Mit dem Carneval demonstrierte der Verein zur Förderung Hedonistischer Lebenskultur für mehr sexuelle Freizügigkeit, Genussfreudigkeit und die Anerkennung der Sub- und Clubkultur. 1200 Akteure präsentierten sich und ihre sexuellen Neigungen auf den zehn Wagen. Initiatoren des Carnevals sind die Macher des in Berlin für seine sexuelle Freizügigkeit berüchtigten Kit-Kat-Clubs, die auch stets mit einem Wagen auf der Love Parade für Furore gesorgt hatten. Der Umzug wurde als politische Demonstration anerkannt.

Auch in Berlin-Friedrichshain wurde demonstriert. Rund 1000 Techno-Fans gingen unter dem Titel Fuck Parade für ihr Demonstrationsrecht auf die Straße. Im Anschluss an den friedlichen Umzug kam es zu kleineren Auseinandersetzungen mit der Polizei. Nach Angaben der Einsatzkräfte wurden zwei Beamte durch Tritte und "leichte Flaschenwürfe" verletzt, drei Demonstranten wurden festgenommen.

Ärger gab es offenbar wegen eines Privatwagens, aus dem laute Techno-Musik zu hören war. Den Demonstranten war zuvor ausdrücklich untersagt worden, Radiogeräte oder sonstige Beschallung zu verwenden.

Zu der erstmals stattfindenden Love Week, für die der Startschuss am Freitag gefallen war, werden in Berlin rund zwei Millionen Menschen erwartet. Höhepunkt ist die Love Parade am kommenden Samstag, die erstmals als kommerzielle Veranstaltung und nicht als Demonstration stattfindet.

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