Französischer Star-Regisseur Luc Besson weist Vergewaltigungsvorwürfe zurück

Die französische Justiz hat neue Untersuchungen gegen den Regisseur Luc Besson wegen Vorwürfen der Vergewaltigung eingeleitet. Diese bestreitet er nun erneut - und räumt gleichzeitig Fehler ein.

Luc Besson habe noch nie eine Frau zu etwas gezwungen, sagt er, gesteht aber Fehler ein
AFP

Luc Besson habe noch nie eine Frau zu etwas gezwungen, sagt er, gesteht aber Fehler ein


Er habe in seinem ganzen Leben noch nie eine Frau vergewaltigt, sagte Luc Besson am Montag in einem Interview mit dem französischen Fernsehsender BFMTV und wies die Vorwürfe der Vergewaltigung gegen ihn damit als falsch zurück. "Ich habe noch nie eine Frau körperlich oder moralisch zu irgendetwas gezwungen", so Besson. Auch habe er nie einer Frau Drogen verabreicht. "Dieser Fall ist eine Lüge von A bis Z", sagte der 60-Jährige.

Wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung ermittelt die französische Justiz erneut gegen den Starregisseur - trotz des Einspruchs der Staatsanwaltschaft. Diese hatte die Ermittlungen im Februar zunächst eingestellt, da sich nach Untersuchungen die Anschuldigungen nicht erhärtet hätten.

Die französische Schauspielerin Sand Van Roy hatte Besson wegen mehrfacher Vergewaltigung angezeigt. Der Anwalt der Schauspielerin, Francis Szpiner, ging die Staatsanwaltschaft nach der Einstellung der Ermittlungen direkt an und warf ihr vor, ihre Kompetenzen in der Bewertung der Vorwürfe zu überschreiten.

Besson bezeichnete Van Roys Aussagen nach Auskunft seines Anwalts damals als "Anschuldigungen aus dem Reich der Fantasie". Er hatte alle Beschuldigungen stets zurückgewiesen. Nun räumte Besson allerdings ein, über zwei Jahre lang eine emotionale Beziehung mit dieser Person geführt zu haben. Er habe seine Familie und Frau angelogen und Fehler gemacht, so Besson.

Nach Berichten der Onlinezeitung "Médiapart" bezichtigten Besson schon vor Monaten neun weitere Frauen im Zuge der Ermittlungen, ihnen gegenüber sexuell übergriffig geworden zu sein und sich unangemessen verhalten zu haben, darunter auch eine frühere Mitarbeiterin.

Luc Besson wurde international unter anderem mit "Im Rausch der Tiefe" von 1988 und "Léon - Der Profi" von 1994 bekannt. Für seine Regiearbeiten wurde er mehrfach ausgezeichnet. Im Jahr 2017 drehte er die Comic-Verfilmung "Valerian - Die Stadt der tausend Planeten". Zuletzt erschien ein Actionfilm um die Doppelagentin "Anna" im Kino.

Anmerkung der Redaktion: In einer vorherigen Version dieses Artikels hieß es, Sand van Roy habe Luc Besson vorgeworfen, sie unter Drogen gesetzt zu haben. Wir sind in dieser Darstellung Agenturmeldungen und Medienberichten gefolgt. Sand van Roy legt allerdings Wert auf die Feststellung, sie habe nie gesagt, dass Luc Besson sie unter Drogen gesetzt habe.

evh/dpa

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