US-Humor-Institution Stöhn! "Mad"-Magazin steht vor dem Aus

Alfred E. Neumanns Zahnlückengrinsen verschwindet aus dem Kiosk. Das "Mad"-Magazin wird in den USA nach 67 Jahren nicht mehr mit aktuellem Inhalt gefüllt, eine komplette Einstellung des Humorblatts wird diskutiert.

Andrew Welsh-Huggins/ AP

Der grinsende Junge mit den abstehenden Ohren auf dem Titelbild, der aktuelle Themen parodistisch aufgreift, ist das Aushängeschild; im Inneren gibt es satirischen Humor in Wort und Bild. Mit diesem Konzept wurde das Magazin "Mad" zum Klassiker; die erste Ausgabe des am längsten erscheinenden Satiremagazins der USA erschien schon 1952 (lesen Sie hier, wie es in Deutschland in den Siebzigern zum Kultblatt wurde.)

Nun aber gibt es übereinstimmende Berichte, wonach ein Ende des Humorblatts naht.

Ein langjähriger "Mad"-Redakteur hatte zunächst in einer privaten Facebook-Gruppe verraten, dass das Magazin keine neuen Inhalte mehr veröffentlichen werde. Nachdem ein Blogger dies öffentlich machte, bestätigten der langjährige "Mad"-Autor David DeGrand und seine Kollegin Sarah Aswell die Pläne auf Twitter.

Der Verlag, in dem "Mad" in den USA erscheint, DC Comics, bestätigte der Nachrichtensite "Cnet.com", dass die Ausgabe 9/2019 die letzte sei, die am Kiosk erhältlich sein werde. Danach werde man "Mad" nur noch per Abonnement und im Direktverkauf erhalten können. Der Inhalt der Hefte werde aus Nachdrucken alter Artikel und Comics bestehen, aber mit jeweils neuen Titelseiten. Auch die Jahresendausgabe und gelegentliche Buchveröffentlichungen solle es weiter geben.

So oder so ist es eine Zäsur in der Humor-Landschaft nicht nur der USA. Titelheld Alfred E. Neumann, Cartoonisten wie Don Martin, Sergio Aragonés oder Mort Drucker waren auch in Deutschland sehr bekannt. Chefredakteur der deutschen Ausgabe war von den Siebzigerjahren an bis 1991 Herbert Feuerstein. In Deutschland, wo der Verlag Panini in Besitz der "Mad"-Lizenz ist, wurde bereits Anfang 2019 die Veröffentlichung regelmäßiger Magazinausgaben eingestellt, wie die Medienseite "Clap Club" im Februar meldete.

feb

Mehr zum Thema


insgesamt 34 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
noalk 04.07.2019
1. museumsreif
Im besten Sinne. Dokumente der Zeitgeschichte. MAD auf Augenhöhe mit dem Time Magazine. Fehlt noch im MoMA (NY).
quick_piet 04.07.2019
2. Stöhn
Ächz. Koch. Heul. Jammer
DJ Bob 04.07.2019
3. oh Gott nein!
Ich bin mit Mad aufgewachsen! Mad darf nicht sterben! *würg*
michael1971 04.07.2019
4. Schluss mit lustig
es gibt genug ernst Themen, Populismus, Klimakrise, die Rettung der EU über die man berichten kann und da bleibt für Humor kein Platz.
irobot 04.07.2019
5.
Und wieder ein Stück Jugenderinnerung weniger. Jaul, Flenn, Heul.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.