Auszeichnung für Popikone Schwulen- und Lesbenverband ehrt Madonna für ihren Einsatz

Popikone Madonna ist für ihren jahrzehntelangen Einsatz für queere Rechte ausgezeichnet worden. In einer emotionalen Rede beschrieb sie, wie viel Kraft sie selbst der Szene verdankt.

Madonna
Evan Agostini/ AP

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Diesen wichtigen Preis erhielt vor ihr bislang nur US-Präsident Bill Clinton: Madonna ist für ihren lebenslangen Einsatz für die Rechte der LGBTQ-Community geehrt worden, also der Gemeinschaft der Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Queeren. Die 60-jährige Popikone nahm am Samstag den "Advocate for Change Award" der GLAAD entgegen, der weltweit größten Non-Profit-Organisation von Aktivisten gegen Homophobie und Diskriminierung.

"Warum ich immer für den Wandel gekämpft habe? Das ist schwierig zu erklären. Als würde ich versuchen zu erklären, wie wichtig es ist zu lesen oder zu lieben", begann Madonna ihre Dankesrede am Samstag in New York.

Sie selbst habe sich in ihrer Jugend nicht akzeptiert gefühlt. Erst die Begegnung mit der Schwulen- und Lesbenszene im New York der Achtzigerjahre habe ihr Hoffnung gegeben.

"Ich fühlte mich als Außenseiterin, als gehörte ich nicht dazu - und zwar nicht nur, weil ich meine Achselhöhlen nicht rasierte. Ich passte nicht rein." Ihr erster Tanzlehrer in der Highschool habe ihr Selbstbewusstsein gegeben. "Er war der Erste, der an mich glaubte. Als er mich in einen Schwulenklub in Detroit mitnahm, veränderte das mein Leben. Ich sah dort Freiheit und Lebenslust und Glück, und ich wusste endlich, dass es okay ist, anders zu sein. Ich fühlte mich zu Hause, und das gab mir Hoffnung."

Madonna beschrieb in ihrer Rede auch, wie sie in den Achtzigerjahren viele Freunde durch Aids verlor und beschloss, gegen diese "schwarze Wolke über New York" anzukämpfen. Ihrer Platte "Like a Prayer" legte sie 1989 einen Aufklärungsflyer über HIV bei. Vor 14 Jahren sei ihr Aids dann in dem afrikanischen Land Malawi wiederbegegnet - "einem Land, von dem ich bis dahin nichts wusste und aus dem heute vier meiner Kinder stammen". Seitdem kämpfe sie auch dort gegen Aids und für Aufklärung.

"Madonna war und ist die größte Verbündete der LGBTQ-Community und wird es auch immer sein, hatte die GLAAD-Chefin Sarah Kate Ellis die Auszeichnung im Vorfeld begründet. "Sie hat sich seit der HIV-Krise stets ohne Angst eingesetzt. Ihre Musik und ihre Kunst waren über die Jahre lebensrettende Ventile für LGBTQ."

Madonna hat in den vergangenen Wochen zwei Songs ihres neuen Albums "Madame X" veröffentlicht, das am 14. Juni erscheinen soll. Sie ist außerdem für das Finale des Eurovision Song Contest (ESC) in Tel Aviv am 18. Mai angekündigt.

cpa/AP



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