Hölle statt Paradies Ein Vorschlag zum Guten

Für viele Familien war das Leben, wie sie es kannten, am Montag in Manchester zu Ende, weil ein junger Mann ins Paradies wollte. Hier eine Idee, wie man den Irrsinn beenden könnte.

Die Hölle
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Die Hölle

Eine Kolumne von


Eine Woche ist vorbei. Der Montag schon Geschichte. Der Ablauf ist immer derselbe. Ein Attentat. Aufschreie. Betroffenheit. Beten. Und innerhalb eines Tages verschwindet der Hashtag "Manchester" aus den Trends. Roger Moore ist dann ganz oben gelandet, und irgendwas mit Fußball. Es nimmt sich kaum einer mehr Zeit, um sein Profilbild mit der entsprechenden Landesflagge aufzurüsten. Die Stars twittern und instagramen, die Regierungen sind betroffen.

Viele erklären, dass der Islam nichts mit dem politischen Islam zu tun hat. Noch mehr erklären, dass der Islam irgendwie auch friedlich ist, was vermutlich größtenteils stimmt. Aber irgendwas an dieser Religion inspiriert absolute Vollidioten, sich in ihrem Namen zum Mörder zu machen. Jetzt also zum Mörder von quietschenden kleinen Mädchen und Jungen. Tote, verletzte, traumatisierte Jugendliche und nicht einmal die Standardbeschwörungsformel vom armen abgehängten jungen Mann?

Das mag greifen in dieser netten Stadt mit ihren umwerfend netten Leuten, die zu sehr großen Teilen in von Thatcher und diversen anderen Regierungsversagern verschuldeter Armut leben. Also wieder einmal irgendein junger Mann mit zu wenig Geschlechtsverkehr, mit Größenwahn und Minderwertigkeitsgefühlen, vermutlich mit ein paar Drogen im Kopf, der heute, beim Erscheinen des Textes, schon im Paradies sitzt und Jungfrauen flachlegt, uff. Endlich.

Ich habe keine Ahnung, was in Moscheen und Gebetsräumen so abgeht. Religion interessiert mich zu wenig, ich habe keine Ahnung, was all die Prediger in ihren YouTube-Tutorials so sagen, aber es ist keine originelle Idee, dass diese seltsamen Ersatz-Vaterfiguren den Irrsinn beenden können: "Hallo junge, wütende Männer", könnten sie sagen. "Hallo ihr, die ihr meint, euch würde mehr zustehen als allen anderen auf der Welt. Die ihr wollt, dass die Menschheit endlich vor euch zittert, lasst mich euch Folgendes sagen. Ihr kommt nicht ins Paradies, sondern in eine Hölle, und da sind Jungfrauen, aber leider ist euer Penis weg, und sie werden euch auslachen.

Ihr werdet in ewigem Elend vor euch hinschmoren und ich weiß das, weil ich einen direkten Draht zu oben habe. Liebe junge Männer und vereinzelt auch junge Frauen, einem anderen Menschen das Leben nehmen ist das Widerwärtigste und Verdammenswerteste, was es gibt. Neben den Jungfrauen, die euch auslachen, wird euer Gott kommen und auf euch urinieren, auf euch, die ihr in den untersten Kellern der Hölle liegt, wo ihr verwesen werdet, die nächsten 67.000 Jahre."

Ich habe keine Ahnung, ob es viele solcher Predigten und Aufrufe gibt, ich stelle diese wunderbaren Zeilen gerne dafür zur Verfügung. Wie ein paar Tausend Luschen es schaffen, Milliarden Menschen zu tyrannisieren, und zwar die sogenannten eigenen Leute, ist ein Rätsel.

So, schön, das mal gesagt zu haben, es hilft nichts, ändert nichts, schon gar nicht für all die Familien, für die das Leben, wie sie es kannten, am Montag zu Ende war. Vielleicht war das Leben anstrengend oder mühsam oder langweilig, aber es war das Leben dieser Menschen, und kein Vollidiot hat das Recht, es zu beenden, es zu einem Albtraum zu machen.

Und die Kinder, die jungen Menschen, die im guten Fall schwer verletzten, ängstlichen Kinder, die nie mehr, ohne lange nachzudenken, ihr Teenie-Zeug machen können: unbeschwert abhängen, Stuss reden, Stars anhimmeln, sich darauf freuen, dass ein Leben vor ihnen liegt, das vielleicht etwas Großartiges mit sich bringt. Das glauben sie jetzt nicht mehr.

Und jeder, der daran schuld ist, direkt oder indirekt, sollte wissen, dass dieses Leben so schnell zu Ende ist, auch seines, und dass es wirklich glücklicher macht, freundlich zu anderen zu sein.

Wir sitzen doch alle im selben Mist. Wir leben und haben keine Ahnung, wie man aus dieser Nummer mit Würde rauskommt.



insgesamt 182 Beiträge
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Seite 1
babasikander 27.05.2017
1. Auf den Punkt
Es gibt da Einige, die mal ein paar Dinge bzgl. des Paradieses klar stellen sollten, damit ihre Religion nicht so eine enorme Anziehungskraft für diese "Luschen" besitzt. So sind 72 Jungfrauen nicht wirklich viel, wenn man die Ewigkeit(!) im Paradies verbringen muss. Ferner müssten 72mal mehr Jungfrauen als Männer sterben, um das Paradies wunschgemäß zu bevölkern. Das geht rechnerisch gar nicht auf, so dass sie sich im Paradies mit ihren Brüdern um die Jungfrauen prügeln müssten. Vielleicht würden sie im Paradies auch anfangen, sich gegenseitig ihre Penisse abzuschneiden. Tolles Paradies!
wenig_wisser 27.05.2017
2. Vollidioten - endlich sagt es mal jemand!
Denn genau das sind Terroristen. Die pseudoreligiöse Verbrämung ändert daran nichts. Vielleicht würde auch eine entsprechende Formulierung der internationalen Schlagzeilen etwas an der Motivation ändern: "Vollidiot sprengt sich in die Hölle - 22 Unschuldige tot"
dirk.resuehr 27.05.2017
3. Und, wo ist die Lösung?
Noch ein überflüssiger Beitrag zum Irrsinn. Dabei gibts gescheite Essays über das Thema, es gibt auch genügend Recherchen der UNO, die sehr erhellend sind, da sie unvoreingenommen die Unterschiede der Regionen betrachten, woraus sich sehr deutlich ergibt, warum es Menschengruppen gibt, die andere Gruppen hassen. Besonders ehrenwert ist das nicht, da sind eher die altbekannten Todsünden aufgezählt,I'nteressant ist auch immer die Stellung der Frauen in der Gesellschaft, die Ergebnisse von Wissenschaft in Technik oder Medizin, die Sozialsysteme, die Bildung, Kultur, Patente!, Wirtschaftsordnung, für alles gibts Informationen. Studier diese und erkenne, eine, besser, zwei Gruppen haben enormen Reformbedarf, diese Gruppen leben weniger in Europa und-erstaunlich- Nordamerika. Also studieren, dann argumentieren und nicht fabulieren!
mhwse 27.05.2017
4. jetzt wäre noch hübsch anzumerken,
dass alle Staatschefs die auf Bibeln oder ähnliches Zeugs ihren Eid ableisten, alle Kirchentagsbesucher, genau diesem Verhalten Vortrieb leisten. Die Diskussion ob Gott oder nicht ist müsig. Dass jeder das glauben dürfen soll was er will und, wenn damit Zwangsverhaltensmuster verbunden sind, diese auch ausleben darf, solange er keinen damit stört, ist OK. Dass man dafür von Staatsseite in irgend einer Form Werbung macht (auch in einem ÖR) ist es nicht. Kurz berichten klar - wertende Urteile - bitte nicht mehr. Keine öffentlichen archaischen Zeremonien mehr. Sollte der Herr Papst in Rom nachvollziehen können ..
tullrich 27.05.2017
5. Ein junger Mann wollte ins Paradies?
Wirklich? "Ein junger Mann wollte ins Paradies"? Da ist ja sogar der evangelische Kirchentag schon weiter in seiner Denke.
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