Britische Zeitungen Gemeinsam gegen Facebook

Zeitungen verlieren immer mehr Anzeigenkunden an große Internetunternehmen. In Großbritannien verbünden sich jetzt konservative und linke Blätter, um sich gegen Facebook und Google zu wehren.
Britische Zeitung "The Guardian"

Britische Zeitung "The Guardian"

Foto: © Suzanne Plunkett / Reuters/ REUTERS

Zusammen ist man stärker, denken sich wohl gerade einige größere britischen Medienhäuser. Die Zeitungen "The Sun", " The Guardian", "The Daily Mail" und "The Times" wollen gemeinsam gegen die Gefahr angehen, die Facebook und Google für ihr Anzeigengeschäft darstellt. Das schrumpft nämlich stetig, wie bei fast allen anderen Zeitungen auch.

Die vier Verlage wollen gemeinsam eine Machbarkeitsstudie durchführen, um herauszufinden, wie sie ihre Anzeigenerlöse gemeinsam steigern können. Geleitet wird das Projekt von Steven Booth, dem Vorsitzenden der Beraterfirma MC&C.

"Die Zeitungsbranche war untereinander zu kompetitiv", sagte Booth dem britischen Wirtschaftsblatt "City A.M.", "und sie würde ihrer offensichtlichen Konkurrenz besser entgegentreten können, wenn sie zusammenarbeiten würden."

Mit der "offensichtlicheren Konkurrenz" meint Booth Onlineunternehmen wie Google oder Facebook. Während Zeitungen immer weniger Geld über Werbung einnehmen - ihre Haupteinnahmequelle -, geht der Trend bei zum Beispiel Facebook in die andere Richtung. Deren Anzeigengeschäft wächst.

Die Verlage, die im "Project Juno" zusammenarbeiten, kommen aus sehr unterschiedlichen Richtungen. "The Guardian" und "The Times" gelten als Qualitätsblätter, Ersteres als progressiv, Letzteres als konservativ. Bei "The Sun" und "The Daily Mail" handelt es sich um klassische britische Boulevardblätter. Unter den schwindenden Anzeigenkunden leiden alle Zeitungen gleichermaßen.

Der "Guardian" hatte sich im letzten Jahr bereits an einer ähnlichen Kollaboration beteiligt, gemeinsam mit "Financial Times", "Reuters", "CNN" und "The Economist". Großer Erfolg ist aber bisher ausgeblieben.

gia
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