Medien "Süddeutsche Zeitung" gerettet

Der finanzielle Zusammenbruch des Süddeutschen Verlages - dem Mutterhaus der "Süddeutschen Zeitung" - ist offenbar abgewendet. Die Südwestdeutsche Medienholding steigt als sechster Gesellschafter in die Mediengruppe ein.


Die Südwestdeutsche Medien Holding GmbH GmbH ist die Obergesellschaft der Zeitungsgruppe Stuttgart mit zahlreichen Beteiligungen im Medienbereich. Hauptgesellschafter der SWMH wiederum sind mit je 44,36 Prozent die Medien Union GmbH Ludwigshafen und die Gruppe Württembergischer Verleger. Unter anderem ist die SWMH zu 75 Prozent an der "Stuttgarter Zeitung" und zu 80 Prozent an den "Stuttgarter Nachrichten" beteiligt. Beide Zeitungen zusammen haben mit den Mantelpartnern der "Stuttgarter Nachrichten" eine Auflage von 570 000. Die "Stuttgarter Zeitung Anzeigengemeinschaft" hat eine Auflage von bis zu 520 000.

Im Süddeutschen Verlag bleiben die bisherigen fünf Gesellschafterstämme weiter Miteigentümer des Verlags. Jeweils 18,75 Prozent verteilen sich auf die Familienstämme Friedmann, von Seidlein und Goldschagg und dem neu hinzugekommenen Gesellschafter. 16,67 Prozent entfallen auf den Familienstamm Schwingenstein und 8,33 Prozent auf den Familienstamm Dürrmeier.

"Das ist eine willkommene Erweiterung des Gesellschafterkreises mit Partnern, die gut zu uns passen", sagte der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung des Süddeutschen Verlags, Hans-Jörg Dürrmeier. Die publizistische Unabhängigkeit zu bewahren, sei für das Zeitungshaus oberste Priorität. «Ich bin daher sehr froh darüber, dass es uns gelungen ist, gleichgesinnte Partner zu finden, mit deren Hilfe wir die wirtschaftliche Basis, die die Voraussetzung für diese Unabhängigkeit ist, langfristig sichern können", sagte Dürrmeier.

SWMH-Geschäftsführer Jürgen Dannenmann sagte, Süddeutscher Verlag und die Zeitungsgruppe Stuttgart passten hervorragend zueinander, nicht zuletzt in den publizistischen Grundhaltungen. "Wir sind überzeugt, dass der Süddeutsche Verlag auf der Basis des in der vergangenen Woche, noch von den Altgesellschaftern, beschlossenen Restrukturierungsprogramms mittelfristig wieder auf einen auch wirtschaftlich erfolgreichen Weg zurückkehren wird", sagte Dannenmann. Dazu wolle der neue Gesellschafter seinen Teil beitragen. Qualität und Unabhängigkeit der Süddeutschen Zeitung stünden dabei außer Frage.



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