USA Zahl der Zeitungsjournalisten auf neuem Tief

In den USA gibt es immer weniger Zeitungsjournalisten. Die Entwicklung ist aber uneinheitlich: Während größere und kleine Zeitungen 2014 ihr Personal aufstockten, strichen vor allem mittelgroße Medien Stellen.

Redaktion der "New York Times": Niedrigster Stand seit Beginn der Zählung
Corbis

Redaktion der "New York Times": Niedrigster Stand seit Beginn der Zählung


Es ist der niedrigste Stand seit Beginn der Zählung im Jahr 1978: Die Zahl der angestellten Zeitungsjournalisten in den USA ist im vergangenen Jahr auf 32.900 gesunken. Das sind mehr als zehn Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie der Journalistenverband ASNE unter Berufung auf eine Untersuchung bei 1400 Tageszeitungen mitteilte. Der höchste Stand war 1990 mit 56.900 angestellten Tageszeitungsjournalisten verzeichnet worden.

Den Angaben zufolge stockten größere und kleine Zeitungen in den USA im vergangenen Jahr ihre Redaktionen auf. Mittelgroße Zeitungen allerdings strichen deutlich Personal: Bei Zeitungen mit einer Auflage zwischen 250.000 und 500.000 Exemplaren stieg die Zahl der Journalisten laut ASNE um fast 14 Prozent, bei Blättern mit weniger als 5000 Exemplaren Auflage um knapp 16 Prozent. Bei Zeitungen mit einer Auflage zwischen 100.000 und 250.000 Stück fiel die Zahl der angestellten Journalisten hingegen um fast 22 Prozent.

Zudem erhob die Studie auch, wie stark sogenannte Minderheiten - etwa Schwarze, Menschen hispanischer Herkunft und Asiaten - in den Redaktionen vertreten waren. Hier hielt sich der Anteil laut Studie seit einigen Jahren relativ stabil. 2014 lag er bei 12,8 Prozent.

eth/AFP

Mehr zum Thema


insgesamt 2 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
kratzdistel 29.07.2015
1. ist das bei uns anders
Zeitungsverlage werden geschlossen oder zusammengeführt.gute Berichterstattung über lokale Ereignisse werden immer weniger. dafür gibt es mehr zentral überörtliches und reklameseiten. im Sport sind überwiegend nur die Helden des fußballs in kampfpose mit stirnbändern auf großen bunten bildern zu bewundern.andere sportarten werden vernachlässigt. nur sind letztere meist noch die treuen Abonnenten. dann wundern sich die verlage, warum die umsätze zurückgehen.
garfield 29.07.2015
2.
---Zitat von sysop--- In den USA gibt es immer weniger Zeitungsjournalisten. ... Während größere und kleine Zeitungen 2014 ihr Personal aufstockten, strichen vor allem mittelgroße Medien Stellen. ---Zitatende--- Nun, wenn die genau so voneinander abschreiben oder bestenfalls von Agenturen (inklusive Übernahme der Fehler) wie bei uns, reichen doch einige wenige große Blätter (während sich die kleinen in attraktiven Nischen einrichten). Das ist nun mal der Effekt der heutigen Meinungs"vielfalt". Zu viele Blätter (in zu wenigen Eigentümerhänden) mit gleichem Inhalt für eine gleichbleibende oder gar schrumpfende Zahl von Lesern. Man hält diese vermeintliche "Vielfalt" vielleicht auch nur deshalb mühsam am Leben, da eine Lüge spätestens dann nicht mehr zur "Wahrheit" wird, wenn sie zu wenige "Organe des ZK der Einheitspartei" wiederholen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.