Mehrwertsteuer EU will höhere Abgaben auf Kunst

Schönheit soll kosten: Die EU-Kommission fordert Deutschland auf, den reduzierten Mehrwertsteuersatz für Kunstwerke abzuschaffen. Bisher war Kunst hierzulande mit nur sieben Prozent besteuert. Weil es dafür keine europäische Sondergenehmigung gibt, droht nun ein Strafverfahren.
Werke und Betrachter bei Kunstauktion: EU-Forderung könnte Preise steigen lassen

Werke und Betrachter bei Kunstauktion: EU-Forderung könnte Preise steigen lassen

Foto: ESTEBAN FELIX/ ASSOCIATED PRESS

Brüssel - Kunstwerke in Deutschland werden teurer, wenn es nach der EU-Kommission geht. Die Brüsseler Behörde forderte Deutschland am Montag auf, die abgesenkte Mehrwertsteuer für Kunst- und Sammlerstücke anzuheben. Für sie gilt in Deutschland eine Mehrwertsteuer von sieben Prozent anstatt der üblichen 19 Prozent.

Der EU-weite Mindestsatz für die Umsatzsteuer liegt bei 15 Prozent. Je nach Land gibt es Ausnahmen für bestimmte Waren und Dienstleistungen. Da Deutschland keine Sondergenehmigung für Kunstgegenstände hat, drohen nun ein Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg und Geldstrafen.

Steuervergünstigungen für die meisten Kunstgegenstände gibt es laut Arbeitskreis Deutscher Kunsthandelsverbände seit Jahrzehnten in Deutschland - ausgenommen sind aber zum Beispiel Fotografien, Siebdrucke oder Lichtkunst. Auch die Gewerbesteuer oder andere Abgaben fallen für Kunst niedriger aus. "Zielsetzung aller Regelungen ist es, den Menschen einen möglichst breiten Zugang zu allen Formen von Kunst und Kultur zu ermöglichen", heißt es dazu beim Bundesfinanzministerium.

kuz/dpa
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