Neujahrsankündigung Michael Moore und sein Fünf-Punkte-Plan gegen Trump

Michael Moore ruht sich nicht auf seinen Lorbeeren aus, dass er Trumps Sieg vorausgesagt hat: Im US-Fernsehen hat er nun einen Fünf-Punkte-Plan vorgestellt, wie man Protest und Widerstand organisieren sollte.

Michael Moores Plan für 2017, Screenshot aus der MSNBC-Sendung "The Last Word with Lawrence O'Donnell"
MSNBC TV

Michael Moores Plan für 2017, Screenshot aus der MSNBC-Sendung "The Last Word with Lawrence O'Donnell"


Mögen seine Filme auch nicht mehr so einschlagen wie früher: Als Trump-Kritiker mit Wahrsagerpotenzial ist Regisseur Michael Moore aber so gefragt wie selten. Nachdem er als einer der wenigen Kreativen in den USA den Wahlsieg von Donald Trump vorhergesagt hatte, finden seine Analysen und Prophezeiungen neuerdings wieder vielerorts Gehör.

Diese Aufmerksamkeit hat Moore nun genutzt, um in der Sendung "The Last Word with Lawrence O'Donnell" auf dem Nachrichtensender MSNBC einen Fünf-Punkte-Plan vorzustellen. Darin beschreibt er, was US-Amerikanerinnen und US-Amerikaner jetzt tun sollten, um Widerstand gegen die kommende Trump-Regierung zu organisieren. Die Punkte im Wortlaut:

  • Während der Weihnachtsferien in die Sprechstunde ihres Kongressabgeordneten gehen
  • Darauf dringen, dass der Parteivorstand der Demokraten neue progressive Führungskräfte ernennt
  • Eine persönliche schnelle Einsatztruppe aus fünf bis zehn Leuten bilden
  • Den Besuch einer Protestveranstaltung am Wochenende, an dem Trump seinen Amtseid ablegt, planen
  • Sich einen Plan B zurechtlegen. So schlimm du es dir schon ausmalst: Es wird noch schlimmer kommen

Moderator Lawrence O'Donnell hatte vor allem zu den Punkten 3 und 5 Nachfragen. Zu den "schnellen Einsatztruppen" erklärte Moore: "Wir haben keine Zeit, um eine neue bundesweite Organisation zu gründen. Suchen Sie sich fünf Freunde, zehn Familienmitglieder aus, mit denen Sie Ihre Truppe bilden." Diese Truppen sollten sich dann über Mobiltelefone und soziale Medien vernetzen, um sich ad hoc organisieren zu können, wenn etwas in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft passiert. Bei was für welchen Ereignissen das etwa sein könnte und welche Maßnahmen man dann ergreifen sollte, führte er nicht aus.

Anschließend erklärte Moore, dass er zwar auch zu denen gehöre, die sich nicht ausmalen könnten, wie schlimm es unter Präsident Trump werden würde. Dann fing er trotzdem an auszumalen, wie man sich die Zeit nach Trumps Amtsantritt vorstellen müsse. "Er wird nicht viel regieren", so Moore, da Trump nach drei Dingen süchtig sei: Twitter, TV und Wahlkampfveranstaltungen. Schon jetzt sei er viel mehr damit beschäftigt, wie ihn Alec Baldwin in der Sketchshow "Saturday Night Live" parodiere als mit den aktuellen Weltereignissen.

Zum Schluss eine sechste Maßnahme

Gleichzeitig wiederholte Moore seine Prophezeiung, dass Trump nicht die volle Amtszeit regieren werde: "Entweder wird es ihm zu lästig oder er baut Mist." Als Narzisst und Soziopath werde Trump alles nur auf seinen eigenen Vorteil hin ausrichten und deshalb früher oder später gegen Gesetze verstoßen.

Vorher stünden vielen Menschen aber schwere Zeiten bevor, so Moore. "White guys" wie Moderator O'Donnell oder er selbst würden von Trumps Politik noch am wenigsten beeinträchtigt sein, aber für Muslime, Mexikaner, Immigranten, Afroamerikaner, Frauen und junge Menschen würde es sehr schwierig werden.

Moore rief deshalb zu gesellschaftlicher Solidarität auf - und hatte am Ende seines TV-Auftritts dann noch einen Ratschlag für eine sechste, ganz konkrete Maßnahme parat: Wenn die Trump-Regierung tatsächlich ein Register aufsetze, in das sich alle Muslime im Land eintragen müssen, dann wolle er sichergehen, dass sein Name als einer der ersten aufgenommen werde. "Lasst uns dieses Register füllen! Sagt, dass ihr Muslime seid!" Wenn sich alle als Muslime registrierten, könnten nicht mehr einzelne herausgepickt werden.

"Alle diese Dinge müssen jetzt passieren!", sagte Moore zum Schluss mit Verweis auf die Wahlreformen, die in den nächsten Jahren anstehen. "Junge, wenn wir uns nicht für 2018 zusammenraufen, wenn wir 2020 immer noch mit der alten Garde antreten: Dann sind wir echt todgeweiht."

Sehen Sie hier das Video in vollständiger Länge

hpi

insgesamt 126 Beiträge
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Seite 1
mediendienst 23.12.2016
1. Witzig
Das ist doch der selbe Moore, der erst vor kurzem in einer Talkshow meinte, dass die Wahlmänner vielleicht Trump nicht wählen werden? Daass seineFillme nicht mehr gehen, erstaunt nicht. Denn Moore selber, lässt sich inzwischen ziemlich gehen. Aufgeschwemmt, dicker geworden, ist er. Das sind nur äußere Erscheinungsformen, aber im Kontext mit seinen nicht mehr erfolgreichen Filmen, erinnert er immer mehr an einen Mann, dem man beim Abstieg zusehen kann. Vielleicht ist er gar kein schlechter Verlierer, sondern versucht nur verzweifelt mit Trump-Kritik wieder ein wenig mehr Publicity zu bekommen. Jedenfalls scheint er in Deutschland mehr Fans zu haben, als heute in den USA. Sucht SPON noch einen Wahrsager? Er würde es sicher um wenig Geld tun. Nur beim Foto bitte den Weitwinkel verwenden. Wie gesagt, er lässt sich im Augenblick ziemlich gehen und man sieht ihm das an.
Putin-Troll 23.12.2016
2. Selbst schuld
Punkt 6: In vier Jahren einen glaubwürdigen Gegenkandidaten präsentieren.
spontanistin 23.12.2016
3. There is no business like....
... (political) show-business! Wenn die Zuschreibungen zu Trumps Charakter stimmen sollten, braucht er doch die (Medien-) Bühne zur permanenten Selbstdarstellung. In diesem kurzfristigen Gewerbe wird er eher medienwirksam kurzfristig auf Ereignisse reagieren als langfristig pro-aktiv zu agieren. Kurzfristig, wie auch die Profitmaximierung im Zeitalter des Turbokapitalismus und der Hochfrequenz-Finanzmarktspekulationen. Die Eu, China und andere werden ihm schon genug Reaktionsmöglichkeiten geben.
wiseguyno1 23.12.2016
4. Lange Rede .... schwacher Sinn
Zitat von mediendienstDas ist doch der selbe Moore, der erst vor kurzem in einer Talkshow meinte, dass die Wahlmänner vielleicht Trump nicht wählen werden? Daass seineFillme nicht mehr gehen, erstaunt nicht. Denn Moore selber, lässt sich inzwischen ziemlich gehen. Aufgeschwemmt, dicker geworden, ist er. Das sind nur äußere Erscheinungsformen, aber im Kontext mit seinen nicht mehr erfolgreichen Filmen, erinnert er immer mehr an einen Mann, dem man beim Abstieg zusehen kann. Vielleicht ist er gar kein schlechter Verlierer, sondern versucht nur verzweifelt mit Trump-Kritik wieder ein wenig mehr Publicity zu bekommen. Jedenfalls scheint er in Deutschland mehr Fans zu haben, als heute in den USA. Sucht SPON noch einen Wahrsager? Er würde es sicher um wenig Geld tun. Nur beim Foto bitte den Weitwinkel verwenden. Wie gesagt, er lässt sich im Augenblick ziemlich gehen und man sieht ihm das an.
"Guck' mal, ist der Moore nich' dick?!" Ich bewundere immer wieder diese klare inhaltliche und stringente Argumentation der Trumpisten.
pascal3er2 23.12.2016
5. und deshalb früher oder später gegen Gesetze verstoßen.
Das ist verkehrt Hr. Moore. Der Mann hat schon längst gegen Gesetze verstoßen, nur die gelten für Leute mit Lobby und viel Geld nunmal in ihrer angeblichen Demokratie nicht mehr. Von daher wird er problemlos die Amtszeit überstehen wenn er nicht vom Volk geputscht wird. Und das wird nicht passieren, weil a.) gespalten b.) zu fett und zu bequem wie sie es auch geworden sind...
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