Münsteraner Museum Picassos Sohn verbietet Porträt

Picassos Erbe stellt sich quer: Die Stadt Münster wollte ein Abbild des Künstlers in das Pflaster auf dem Platz vor dem Picasso-Museum einarbeiten. Sein Sohn hat das jetzt verhindert - er will seinen Vater nicht am Boden sehen.

Münster - Ein riesiges Konterfei des großen Malers sollte mit verschiedenfarbigen Pflastersteinen auf dem Platz vor dem Picasso-Museum in Münster abgebildet werden. Jetzt hat der Sohn des Künstlers, Claude Ruiz Picasso, sich klar gegen den Münsteraner Entwurf ausgesprochen. "Seine Worte waren dürr - er hat nur gesagt, dass er seinen Vater nicht auf dem Boden reproduziert wissen möchte und dass man das Porträt nicht erkennen könne, wenn man darüber läuft", sagte Wiebke Borgers von der Stadt Münster gegenüber SPIEGEL ONLINE.

Das gigantische Abbild des Malers, das sich mit rötlichen Pflastersteinen vom Rest des Platzes abheben sollte und auf einem Porträt des Fotografen Robert Capa beruht, wäre von dem erhöhten Eingang des Museums aus erkennbar gewesen. Die Bildrechte für die Fotografie hatte die Stadt Münster problemlos erworben, bei den Motivrechten, die bei Claude Ruiz Picasso liegen, scheiterte das Projekt.

"Wir akzeptieren diese Entscheidung natürlich", sagte Planungsamtsleiter Christian Schowe. Jetzt beginnt die Suche nach Alternativen: Das Berliner Architekturbüro Chestnut_Niess, das den Entwurf für das gigantische Picasso-Mosaik im Jahr 2005 geliefert hatte, soll einen neuen Vorschlag entwerfen. Dabei muss die Gestaltung des Platzes räumlich und inhaltlich etwas mit dem Museum zu tun haben. Bleibt nur zu hoffen, dass Picassos Erben die nächste Idee besser gefällt.

Das Graphikmuseum Pablo Picasso in Münster beherbergt nach eigenen Angaben die weltweit größte Sammlung von Picassos Lithographien. Insgesamt verfügt das Haus über etwa 3000 Grafiken, davon allein 1000 Werke des spanischen Künstlers.

sta/dpa

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