Munch-Gemälde "Schrei" hat irreparable Schäden

Vor zwei Jahren stahlen mehrere Diebe am helllichten Tag zwei Gemälde des norwegischen Malers Edvard Munch aus dem Osloer Munch-Museum. Erst 2006 konnten die Bilder gefunden werden – allerdings in sehr schlechtem Zustand, wie ein Expertenbericht zeigt.


Oslo – Nach monatelangen Untersuchungen steht fest: Edvard Munchs weltberühmtes Gemälde "Der Schrei" ist bei dem spektakulärem Kunstraub im Jahre 2004 irreparabel beschädigt worden. Zu diesem Ergebnis kamen die Experten des Osloer Munch-Museums.

Munch-Gemälde "Der Schrei": Nach Diebstahl irreparable Schäden
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Munch-Gemälde "Der Schrei": Nach Diebstahl irreparable Schäden

Feuchtigkeit hat dem Bild stark zugesetzt: Kleine Verfärbungen sind, so das Ergebnis, nicht mehr auszubessern. Auch das damals ebenfalls gestohlene Bild "Madonna" weist mehrere Risse und kleine Löcher auf, die extrem aufwendige Reparaturarbeiten erforderten, teilten die Experten mit. Betrachtern im Museum fielen die Schäden aber nicht spürbar auf, hieß es in dem Bericht.

Die beiden 1893 und 1894 entstandenen Bilder gelten als Hauptwerke des Frühexpressionismus und sollen einen Wert von 83 Millionen Euro haben. Wegen ihrer Weltbekanntheit galt vor allem "Der Schrei" auf dem Schwarzmarkt als unverkäuflich. Nach dem Raub gab es eine heftige Diskussion über die richtige Sicherung wertvoller Kunstgegenstände im Land, weil die beiden Bilder von den Dieben am helllichten Tag aus ihren Rahmen gerissenen wurden.

Die gestohlenen Gemälde konnte die norwegische Polizei erst zwei Jahre später im August 2006 bei einer Razzia sicherstellen. Der Zustand der beiden Bilder war damals aber besser als man zunächst erwartet hatte. Drei Norweger sind für den Diebstahl zu Haftstrafen zwischen vier und acht Jahren verurteilt worden.

kam/dpa



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