Musikmagazine Springer darf die Steine rollen lassen

Die Springer-Tochter AS Young Mediahouse, bei der bereits zwei der größten deutschen Musikmagazine erscheinen, darf ab Dezember nun auch den "Rolling Stone" verlegen. Das Kartellamt hatte keine Einwände.


Hamburg/München - Mit der Entscheidung des Kartellamts endet ein zweimonatiges Gezerre um die deutsche "Rolling Stone"-Ausgabe, die im September von Hamburg (DRS Verlag) nach München umzog, aber nicht sofort unter dem Label der AS Young Media House erscheinen durfte. Einwand der Kartellwächter: Die Springer-Tochter bringt mit "Musikexpress" und "Hammer" bereits zwei große Mainstream-Musikmagazine heraus.

In der Interimszeit bastelte sich die nach München umgezogene Redaktion unter Chefredakteur Bernd Gockel eine provisorische Firma, um die Oktober- und November-Ausgabe ihrer Zeitschrift trotz allem veröffentlichen zu können. Die Hefte erschienen unter dem Label der "Rockzeitschrift Schmitz GmbH", benannt nach der langjährigen "Rolling Stone"-Mitarbeiterin Annemarie Schmitz.

Verlierer des Nord-Süd-Umzugs ist nun der kleine Hamburger DRS Verlag, der 1994 extra für die Veröffentlichung des deutschen "Rolling Stone" gegründet wurde. Das Debakel begann mit der Kündigung Bernd Gockels durch Verleger Werner Kuhls zum 1. September. Da der amerikanische "Rolling Stone"-Herausgeber Jann S. Wenner die Lizenz für sein Blatt persönlich an Gockel gebunden hatte, konnte der mitsamt seiner Redaktion zu Springer nach München umziehen. AS Young Mediahouse kann nun mit dem renommierten "Stone" (Auflage ca. 78.000) seine Stellung auf dem Markt der Jugend- und Musikmagazine weiter stärken, Kuhls meldete derweil für sein Unternehmen Insolvenz an.



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