Nach Blogger-Affäre Verlagserbe Konstantin Neven DuMont nimmt Auszeit

Wirbel um Konstantin Neven DuMont: Der umstrittene Verlagserbe und Vorstand der mächtigen Mediengruppe M. DuMont Schauberg nimmt laut eigener Aussage eine "kreative Auszeit". Wer künftig seine Geschäfte führen wird, ist noch unklar.
"Juhu, heute beginnt mein Urlaub", vermeldete Neven DuMont über Twitter

"Juhu, heute beginnt mein Urlaub", vermeldete Neven DuMont über Twitter

Foto: Soeren Stache/ picture alliance / dpa

Hamburg - Verlagserbe Konstantin Neven DuMont gönnt sich eine Pause: Am Dienstag hat der 40-Jährige nach eigenen Angaben den Aufsichtrat der Mediengruppe M. DuMont Schauberg gebeten, ihn auf unbestimmte Zeit zu beurlauben.

"Ich nehme mir jetzt eine kreative Auszeit", sagte Konstantin Neven DuMont SPIEGEL ONLINE. Wie lang die Pause ausfallen soll und womit er sie füllen will, kommentierte er nicht. Über den Mikroblogging-Dienst Twitter verkündete er: "Juhu, heute beginnt mein Urlaub. Das Leben ist schön."

Am Mittwochmorgen, so Konstantin Neven DuMont, habe er mit seinem Vater Alfred telefoniert. Der habe die Entscheidung akzeptiert. "Wir haben beide jetzt ein gutes Verhältnis. Das ist das Wichtigste", sagte Konstantin Neven DuMont. Wer in der kreativen Auszeit des Juniors dessen Aufgaben im Vorstand und als Herausgeber der "Frankfurter Rundschau" übernimmt, sei noch nicht entschieden, heißt es im Verlag.

Mit der Beurlaubung nähert sich eine der seltsamsten Affären der Medienbranche ihrem Ende. Mitte Oktober hatte der Blogger und Medienjournalist Stefan Niggemeier den Verdacht geäußert , dass Konstantin Neven DuMont hinter einer Flut von wirren Kommentaren in Niggemeiers Blog stecke. Neven DuMont dementierte dies und verwies auf ungenannte Dritte, die von seinem Computer aus gepostet hätten. Im SPIEGEL sprach er dennoch davon, sich bald aus dem Familienunternehmen zurückziehen zu wollen.

Konstantin Neven DuMont ist der Sohn des Verlagsgründers Alfred Neven DuMont. Er arbeitet seit 1995 im Verlagshaus, zuletzt wurde er Herausgeber der "Frankfurter Rundschau". Zur Mediengruppe M. DuMont Schauberg gehören unter anderem die "Berliner Zeitung" und die "Hamburger Morgenpost" sowie der Kölner "Express". Konstantin Neven DuMont war bislang als einer von vier Vorständen für Strategie und Kommunikation zuständig. Angeführt wird das Unternehmen vom 83-jährigen Familienpatriarchen Alfred Neven DuMont.