Nach dem Hochwasser Spendenaufruf für feuchte Bilder

Das Hochwasser haben die Kunstwerke in den sächsischen Museen zwar überstanden, jetzt drohen sie aber durch unsachgemäße Lagerung Schaden zu nehmen. Spenden sollen helfen, die Situation in den Museen schnell zu verbessern.


Nach der Flut: Spenden sollen Kunstwerke retten
DDP

Nach der Flut: Spenden sollen Kunstwerke retten

Hastig waren in der vergangenen Woche die in den Kellerräumen gelagerten Kunstwerke in die oberen Etagen der Museen gebracht worden - zunächst die beste Entscheidung, um sie vor den Wassermassen zu schützen. Hier seien die teilweise mehrere hundert Jahre alten Werke allerdings nicht vor Temperaturschwankungen und Feuchtigkeit geschützt, stellte Mechthild Kronenberg, Geschäftsführerin des Deutschen Museumsbundes, fest.

Sie machte außerdem darauf aufmerksam, dass viele Depots, Restaurierungswerkstätten und Ausstellungsflächen für lange Zeit unbenutzbar seien. "Vollkommen ruiniert" seien zum Beispiel die drei Depots und die gesamte Technik in der "Galerie der Alten Meister", berichtete der Generaldirektor der Dresdner Staatlichen Kunstsammlungen, Martin Roth, am Dienstag. "Momentan gibt es im Zwinger keine Stromversorgung."

Unter Wasser ständen dort vier Klimaanlagen und die Brandschutztechnik. Dadurch würden neben den geretteten Depot-Bildern auch die ausgestellten Werke leiden. Derzeit wird versucht, die für die Kunstwerke benötigte Temperatur durch Klimatruhen konstant zu halten. Arg habe es aber nicht nur die großen Museen, sondern auch kleine Galerien, Bibliotheken und Künstlerateliers getroffen. Mancher Künstler, stellt Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, fest, habe dabei sein ganzes Werk verloren.

Insgesamt seien den von der Flutkatastrophe betroffenen Kultureinrichtungen Schäden in Millionenhöhe entstanden, sagte Kronenbeg. Um ihnen zu helfen, riefen die Bundeskulturstiftung und die Kulturstiftung der Länder in einer gemeinsamen Erklärung zu Spendenaktionen auf. Zwei Millionen Euro kündigte die Bundeskulturstiftung bereits an, zuvor hatte Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin Hilfen des Bundes in Höhe von drei Millionen Euro versprochen. Nach einer Prioritätenliste der betroffenen Bundesländer soll das Geld von einer dreiköpfigen Expertenkommission schnell und unbürokratisch verteilt werden.

Unter Angabe des Verwendungszweckes kann an die Kulturstiftung des Bundes (Deutsche Bank Halle, BLZ: 86070000, Konto: 7676000), die Kulturstiftung der Länder (Commerzbank Berlin, BLZ: 10040000, Konto: 730800000) und den Deutscher Bibliotheksverband (Berliner Volksbank, BLZ: 10090000, Konto: 5412670002, Stichwort "Flut") gespendet werden. Zudem richtete die Bundeskulturstiftung unter der Nummer 0345/2997222 eine Hotline.



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