Nach den Drehbuchautoren Jetzt wird auch am Broadway gestreikt

Licht aus für die berühmteste Theatermeile der Welt: Nach den Film- und Fernsehautoren haben in den USA auch die Bühnenarbeiter des New Yorker Broadway die Arbeit niedergelegt. Am besucherreichsten Tag der Woche mussten viele Vorstellungen ausfallen.


New York/Los Angeles - Wie die "New York Times" berichtete, ist das technische Personal des Broadways in den Streik getreten. Die Matinee des Kinder-Musicals "Dr. Seuss' How the Grinch Stole Christmas!" war am Vormittag als erste Produktion von dem Arbeitskampf betroffen. Da bislang keine neuen Gespräche zwischen den Gewerkschaftsvertretern und der Vereinigung der Theater und Produzenten angesetzt wurden, deutet alles auf einen längeren Streik hin. Zwei Dutzend Shows könnten damit in den nächsten Tagen oder Wochen ausfallen.

Aufstand am Broadway: Nach Drehbuchautoren streiken nun auch Bühnenarbeiter
AFP

Aufstand am Broadway: Nach Drehbuchautoren streiken nun auch Bühnenarbeiter

Der Disput dreht sich vor allem um eine von den Produzenten geplante Lockerung der Arbeitsschutzvorschriften. Am Donnerstag hatte die Muttergewerkschaft der New Yorker Bühnenarbeiter grünes Licht für den Arbeitskampf gegeben.

Die Theaterproduzenten verlangen das Recht, selbst über die Zahl der für ihre Show nötigen Bühnenarbeiter zu entscheiden. Bisher gibt es dafür feste Vorgaben. Nach Ansicht der Gewerkschaft bieten die Theater keinen ausreichenden Ausgleich für die Lockerung der Vorschriften. Die bisherigen Arbeitsverträge sind bereits Ende Juli ausgelaufen. Die seit Monaten andauernden zähen Verhandlungen wurden kürzlich erfolglos abgebrochen.

Zuletzt waren 2003 am Broadway die Musiker in einen viertägigen Streik getreten. Damals fielen dutzende Shows aus, die Verluste gingen in die Millionen.

Der Streik der Drehbuchautoren in Kalifornien dauert derweil an. Am Freitag gingen in Los Angeles mehr als 3000 Film- und Fernsehautoren auf die Straße. Seit Beginn des unbefristeten Streiks am vergangenen Montag müssen sich zahlreiche US-Fernsehsender mit Wiederholungen durchschlagen. Die berühmten Talkshows von "Jay Leno" und "David Letterman" mussten eine Zwangspause einlegen. Die Dreharbeiten für Serien wie "Desperate Housewives" und "24" wurden eingestellt.

Die Autorengewerkschaft WGA fordert eine Beteiligung an DVD-Tantiemen sowie an den Einnahmen bei Medien wie Internet und Mobilfunk.

amz/AFP



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