Nachfolgedebatte Konstantin Neven DuMont will Rückzug seines Vaters

Papa, mach mich zum Chef - oder ich mach mein eigenes Ding! Konstantin Neven DuMont untermauert seinen Führungsanspruch. Sein Vater, der Firmenpatriarch Alfred Neven DuMont, solle sich bis Monatsende zur Zukunft des Familienverlags äußern - oder ihn auszahlen.

Konstantin Neven DuMont: Kampfansage aus dem Urlaub
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Konstantin Neven DuMont: Kampfansage aus dem Urlaub


Köln - Im Führungsstreit bei der Mediengruppe M. DuMont Schauberg schlägt Konstantin Neven DuMont gegenüber seinem Vater scharfe Töne an. "Die Übergabe auf die Nachfolgegeneration schiebt mein Vater schon 15 Jahre vor sich her", sagte er in einem Interview mit der Kölner Ausgabe der "Bild"-Zeitung.

"So geht das nicht weiter. Er soll klar sagen: Ich trete ein Stück weit zurück. Oder er zahlt mich aus und ich gehe!" Der 41-Jährige ist zur Zeit beurlaubt, nach eigenen Angaben nimmt er eine "kreative Auszeit". Dem vorausgegangen war eine intensive Debatte um wirre Kommentare im Blog des Journalisten Stefan Niggemeier, die vom Rechner des Verlegersohnes stammen. Neven DuMont dementiert, selbst der Urheber zu sein. Vom Verlag war zunächst keine Stellungnahme zu der neuerlichen Kampfansage in der Familie zu erhalten.

Am Wochenende hatte Konstantin Neven DuMont seinen Anspruch auf die Führung in der Mediengruppe M. DuMont Schauberg (MDS), die unter anderem die "Frankfurter Rundschau" sowie mehrere Kölner Blätter herausgibt, bereits unterstrichen. In "Bild" sagte er nun: "Ich will eine neue Führungsstruktur erzwingen." Sein Vater habe bisher nicht auf seine Kritik reagiert. "Es wäre schon schön, wenn bis Monatsende etwas kommt. Der Ball liegt jetzt bei meinem Vater." Sein Vater ist der 83-jährige Altverleger Alfred Neven DuMont.

Weiter sagte er: "Ich will mich nicht in der Öffentlichkeit mit meinem Vater anlegen. Aber der dauerhafte Schwebezustand ist für mich nicht mehr hinnehmbar. Weil es keine klare Linie gibt, werden viele Dinge auf die lange Bank geschoben statt konsequent durchgeführt. So wird Vermögen vernichtet."

Auf die Frage, ob er das schon mit seinem Vater besprochen habe, sagte er: "Es ist unheimlich schwer, ihn zu bekommen. Er ist gesundheitlich angeschlagen. Aber wenn man noch die große Nummer im Haus sein will, muss man sich zu der aktuellen Debatte einlassen." Er wolle jetzt eine Entscheidung: "Wenn ich nicht die Nachfolge meines Vaters antreten darf, soll er mich auszahlen, und ich mache ein eigenes Medienunternehmen auf."

can/dpa



insgesamt 5 Beiträge
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Hythlodeus 15.11.2010
1. Esel und Eis :-)
soll er doch machen. Kennt er das Familienunternehmens-Statut richtig ? Er soll es lassen, er vergeigt den ggf, rauszuholenden kleinen Mio Betrag doch in kurzer Zeit und die Anwälte haben Ihren Geld im Sack und ihren Spaß. Er soll sich ein Gaffel trinken :-).
rheinisch 15.11.2010
2. taktisch unklug
aus eigener erfahrung bin ich der meinung er solle das thema ruhiger angehen. ok... 41 jahre ist ein alter wo man verantwortung übernehmen soll und kann. aber offen auf konfrontation zum vater zu gehen tut keiner der betroffenen teilnehmer gut. und wenn er kein gaffel mag soll er eben ein früh trinken ;)
Hythlodeus 15.11.2010
3. hinter die Kulisse schauen...
Zitat von rheinischaus eigener erfahrung bin ich der meinung er solle das thema ruhiger angehen. ok... 41 jahre ist ein alter wo man verantwortung übernehmen soll und kann. aber offen auf konfrontation zum vater zu gehen tut keiner der betroffenen teilnehmer gut. und wenn er kein gaffel mag soll er eben ein früh trinken ;)
....wenn er aber Gaffel trinken würde, würde er früh erkennen, was auf ihn zukommt :-)
janne2109 15.11.2010
4. schade
schade um die evtl. verloren gehenden Arbeitsplätze. Der Konzern sollte verkauft werden, denn der nun doch nicht mehr so junge Nachfolger scheint etwas Gaga zu sein.
Emil Peisker 15.11.2010
5. MöchteGerneGroß
Zitat von rheinischaus eigener erfahrung bin ich der meinung er solle das thema ruhiger angehen. ok... 41 jahre ist ein alter wo man verantwortung übernehmen soll und kann. aber offen auf konfrontation zum vater zu gehen tut keiner der betroffenen teilnehmer gut. und wenn er kein gaffel mag soll er eben ein früh trinken ;)
Welcher Kölner trinkt denn freiwillig ein Früh wenn er das Beste Kölsch, nämlich Gaffel kriegen kann? Der Sohnemann hat zu lange als Beruf Sohn ausgeübt. Das trübt das Urteilsvermögen über die eigenen Fähigkeiten. Ich hoffe, der Alfred entscheidet sich gegen diesen MöchteGerneGroß.
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