Nachrichtenagenturen AP und dpa wollen in Deutschland kooperieren

Neue Mammut-Partnerschaft in der Medienlandschaft: Die US-Nachrichtenagentur AP und die Deutsche Presse-Agentur dpa haben eine Zusammenarbeit für die deutschsprachigen Länder vereinbart. Sie bringen sich damit für einen Spitzenplatz auf dem internationalen Markt in Position.
Michael Segbers, dpa-Geschäftsführer: Beziehungen zwischen Europa und den USA stärken

Michael Segbers, dpa-Geschäftsführer: Beziehungen zwischen Europa und den USA stärken

Foto: Christian Charisius/ picture alliance / dpa

Hamburg/New York - Der frühere deutsche AP-Partner dapd ist zahlungsunfähig. Seit dem Insolvenzantrag der Nachrichtenagentur Anfang Oktober muss sich die US-amerikanische Nachrichtenagentur Associated Press (AP) daher nach einem neuen Geschäftsmodell für die deutschsprachigen Märkte umsehen: Jetzt haben AP und die Deutsche Presse-Agentur dpa eine langfristige Kooperation vereinbart, wie die dpa im Online-Portal ihres Tochterunternehmens news aktuell mitteilt.

"Diese neue Vereinbarung mit dpa stellt sicher, dass AP-Inhalte weiterhin die vielen Kunden und Mediennutzer erreichen, die sie wertschätzen. Zugleich erhalten wir aktuelle und wichtige Inhalte von dpa für unsere Dienste", sagt AP-Chef Gary Pruitt. Die dpa werde künftig Texte und Fotos von AP in Deutschland und Österreich vermarkten. Außerdem wolle die Agentur Kunden in der Schweiz AP-Artikel anbieten, heißt es in der Mitteilung .

Michael Segbers, der Vorsitzende der dpa-Geschäftsführung, erklärte, er finde es "großartig, dass wir durch unsere Zusammenarbeit dazu beitragen, die Beziehungen zwischen Europa und den USA zu stärken."

Der bisherige Eigner des deutschen Teils von AP, die Nachrichtenagentur dapd, musst Anfang Oktober Insolvenz anmelden: Ende 2009 hatte die kleine Nachrichtenagentur Deutscher Depeschendienst (ddp) den deutschen Teil des US-Konkurrenten Associated Press (AP) dazugekauft - und die Agentur in dapd umbenannt. Später erwarben sie auch den französischen Dienst von AP - und wollten so der französischen Presseagentur Agence France-Presse (AFP) auf ihrem Heimat-Territorium Konkurrenz machen. Doch dies gelang der Nachrichtenagentur nicht, auch die Spitzenposition in Deutschland konnte sie nicht erobern - und musste im Herbst nun schließlich ihre Zahlungsunfähigkeit einräumen. Die Mitarbeiter traf dieser Schlag völlig überraschend.

bos
Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.