Neubebauung von Ground Zero Galerie der Giganten

Internationale Architekten von Weltrang haben ihre Designs zur Neubebauung der New Yorker World Trade Center Plaza vorgelegt. Zwischen Gedenkstätten und gigantischen Wolkenkratzern soll sich nach dem Willen der Stadtplaner eine "unsterbliche Botschaft" vermitteln. SPIEGEL ONLINE zeigt einige der Entwürfe.

New York - Aus dem Häusermeer von Manhattan wird bald wieder der höchste Turm der Welt emporragen, jedenfalls wenn New York den Visionen der sieben international renommierten Architekturbüros zustimmt. Einer dieser Pläne, die am Mittwoch offiziell vorgestellt wurden, sieht den Bau eines knapp 700 Meter hohen Wolkenkratzers auf Ground Zero vor.

Das vor 15 Monaten von Terroristen zerstörte World Trade Center (WTC) war nur 417 Meter hoch; das mit 451 Metern derzeit höchste Gebäude der Welt steht derzeit in Kuala Lumpur. Zu den in New York präsentierten Entwürfen gehört auch eine Struktur mit der Gestalt eines Phönix. Ein anderer Bau gleicht der Doppelhelix, der Form des genetischen Bausteins DNS. Gemäß dem Willen der New Yorker sehen alle neun Entwürfe auch eine Gedenkstätte vor.

Geplanter "Skypark" des Architektur-Teams Think

Geplanter "Skypark" des Architektur-Teams Think

Foto: AP
"The Great Room", Innenraum des von dem Design-Team Think entworfenen "Skyparks"

"The Great Room", Innenraum des von dem Design-Team Think entworfenen "Skyparks"

Foto: AP
Simulierte Außenansicht des "Skyparks"

Simulierte Außenansicht des "Skyparks"

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Design-Vorschlag von Peterson/Littenberg

Design-Vorschlag von Peterson/Littenberg

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"Zwillingsartiger Turm": Vorschlag des britischen Architekten Norman Foster

"Zwillingsartiger Turm": Vorschlag des britischen Architekten Norman Foster

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Gedenkstätte am Fuße des von Daniel Libeskind geplanten Wolkenkratzers

Gedenkstätte am Fuße des von Daniel Libeskind geplanten Wolkenkratzers

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"Wir wollen unsere Skyline um mächtige Symbole anreichern", sagte der Präsident der Gesellschaft für den Wiederaufbau von Südmanhattan, Lou Tomson, während der dreistündigen Präsentation, bei der jeder Architekt seine Ideen persönlich erläuterte. Die unter dem Kürzel LMDC bekannte Gesellschaft hatte neun Entwürfe von sieben der einflussreichen Vertreter zeitgenössischer Architektur unter mehr als 400 Vorschlägen ausgewählt.

"Dies sind Designs nicht nur für unsere Zeit, sondern für alle Zeiten", sagte der Vorsitzende der zuständigen Entwicklungsgesellschaft, John Whitehead. "Sie müssen über die Gegenwart hinausgehen, zu unseren Kindern und ihren Kindern sprechen, um eine unsterbliche Botschaft zu senden." Eine Entscheidung soll bis zum 31. Januar fallen. Erste Entwürfe, die ausschließlich von amerikanischen Designern erstellt worden waren, wurden bereits im Juli vorgestellt, in einer Volkbefragung jedoch als zu langweilig kritisiert und verworfen.

Gigantischer Wolkenkratzer: Simulierte Skyline mit Libeskind-Entwurf

Gigantischer Wolkenkratzer: Simulierte Skyline mit Libeskind-Entwurf

Foto: AP
Ein Schleier und fünf Türme: Modell des Designteams United Architects

Ein Schleier und fünf Türme: Modell des Designteams United Architects

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Simulierte Skyline-Ansicht des United-Architects-Entwurfs

Simulierte Skyline-Ansicht des United-Architects-Entwurfs

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Schwimmende Gedenkstätte: Skyline-Anischt des von Richard Meier entworfenen Modells

Schwimmende Gedenkstätte: Skyline-Anischt des von Richard Meier entworfenen Modells

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2800 kleine Lichter: Meier-Entwurf in simulierter Abendsonne

2800 kleine Lichter: Meier-Entwurf in simulierter Abendsonne

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Lichtermeer: Richard Meiers Vision von Ground Zero in simulierter Nacht

Lichtermeer: Richard Meiers Vision von Ground Zero in simulierter Nacht

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Die Idee des in Deutschland lebenden Architekten Daniel Libeskind sieht unter anderem ein Museum und einen "Platz für Reflexionen" vor, auf den das Sonnenlicht jedes Jahr am 11. September in der Zeit der Terroranschläge ohne Schatten einfallen soll. Darüber thront ein Wolkenkratzer, der seine beiden Vorgänger-Türme überragt. Das Gebäude von 533 Meter Höhe strahle Optimismus nach der Tragödie aus. Sein britischer Kollege Norman Foster plant "einen zwillingsartigen Turm" in zwei Teilen, die sich aber an drei Punkten in der Höhe wieder treffen.

Andere Pläne für die Neubebauung des geschichtsträchtigen Platzes stammen von Richard Meier, Steven Holl, Rafael Vinoly, Peter Eisenman, Greg Lynn, Norman Foster, Charles Gwathmey, Ben van Berkel und Shigeru Ban. Meier, der unter anderem das Getty Museum in Los Angeles entworfen hat, erklärte, sein Team wolle eine schwimmende Gedenkstätte auf dem Hudson schaffen, außerdem einen Park mit 2800 kleinen Lichtern für jedes der Terroropfer in New York. Die Gruppe United Architects hat fünf futuristische Gebäude vor Augen, die zusammen eine Art Schleier um eine Gedenkstätte in ihrer Mitte ergeben sollen. Besucher des Memorials würden durch diesen "Schleier" hindurch in den Himmel schauen.

Das genaue Design der Gedenkstätten soll in einem getrennten Wettbewerb im kommenden Jahr ausgewählt werden. Die Modelle werden derzeit im World Financial Center in New York ausgestellt. Vorgabe war, dass die Architekten 580.000 bis 900.000 Quadratmeter Bürofläche und 315.000 Quadratmeter Gewerbefläche schaffen und außerdem ein Hotel und ein Einkaufszentrum einplanen.

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