Neues Erlösmodell "New York Times" verkauft künftig Lebensmittel

Zusätzlich zu ihrer "New York Times" können sich Leser der Zeitung künftig Lebensmittel liefern lassen. Damit folgt der Verlag anderen Medienhäusern, die im Food-Bereich nach neuen Geschäftsfeldern suchen.

"New York Times": Künftig auch Lebensmittel
DPA

"New York Times": Künftig auch Lebensmittel


Die "New York Times" will in Zusammenarbeit mit der Onlineplattform "Chef'd" ab diesem Sommer Lebensmittel liefern. Per Post kommen die Zutaten für den Sonntagsbraten oder das Candlelight-Dinner frei Haus. Zur Auswahl steht Essen à la Carte und ein Aboservice mit Menüplan. Das meldet der Branchendienst Bloomberg.

Mit dem Angebot erweitert die Zeitung ihre Rezeptseite NYT Cooking. Dort wählen die Kunden aus rund 17.000 Rezepten das Gericht aus, das sie kochen möchten. Über die Plattform "Chef'd" bekommen sie binnen 48 Stunden dann Gemüse, Fleisch und Gewürze an die Haustüre. Den Umsatz teilen sich Zeitung und Lieferservice.

Die Plattform "Chef'd" kooperiert bereits mit anderen US-amerikanischen Printmedien, darunter "Men's Health" oder auch die Kochbuchreihe "Ten Speed Press" aus dem Penguin-Verlag. Hintergrund ist der schrumpfende Umsatz, der viele Medienhäuser zwingt, mit verlagsfremden Angeboten Geld zu verdienen.

So vertreibt die "New York Times" bereits einen Wein-Club und verkauft über ihren Online-Shop Hüte und andere Kleidungsstücke mit dem Logo der Zeitung. Das Verlagshaus verdiente mit Angeboten solcher Art im letzten Jahr 95 Millionen Dollar.

Kulinarisches scheint bei Medienhäusern gerade angesagt zu sein. So betreiben die britische Tageszeitung "Guardian" und die Zeitschrift "Monocle" mittlerweile eigene Cafés, in denen man zum Stück Kuchen auch die Erzeugnisse der jeweiligen Verlage lesen kann. Auch die schweizerische "NZZ" eröffnete am Zürcher Flughafen ein Café.

In Deutschland sind bisher die Zeitschriften "Essen und Trinken", "Food" oder "Brigitte" in dem Segment unterwegs. Exklusives hat die Zeitschrift "Beef" aus dem Haus Gruner & Jahr im Angebot. Das Hochglanz-Magazin, das sich vor allem an Männer richtet, bietet in seinem Online-Shop einen Edelstahl-Grill für 849 Euro an, dazu das Starter-Kit mit Knochensäge und Schnittschutzhandschuh.

ime/AP



insgesamt 4 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
criticalsitizen 06.05.2016
1. Der E-Kommerz mavht alle glücklich und arm
verlangt er doch statt zu Denken nur noich gratis zu konsumieren. Was machts, wenn Pressefreiheit und Meinungsvielfalt nebst den Verlagen, Arbeitsplätzen und Vielfalt dahin gehen,im Internet ist alles dafür ja mindestens 100% billiger. Dgitale Agenda Breitband für Alle.
erst nachdenken 06.05.2016
2.
@1: Fortschritt mit einhergehendem Verlust von Arbeitsplätzen gab es schon immer und wird es auch immer geben. Die Arbeitsplätze entstehen dann in anderen Bereichen neu. Das ist gut so, sonst würden wir jetzt in Höhlen rohes Fleisch essen.
adubil 06.05.2016
3.
Oh nee, kommt bloß nicht auf die Idee das Zeug von Eurem Hobbykoch hier verticken zu wollen...
rreniar 07.05.2016
4. Lieferservice ok...
...aber wer will die Zeitung denn noch lesen, wenn zuvor Fisch und andere Lebensmittel darin eingewickelt wurden? ;-) Aber vielleicht auch eine Methode um die Müllflut an Plastikverpackung zu bekämpfen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.