Neue Vorwürfe MDR-Mann Foht soll krumme Kreditgeschäfte gemacht haben

Amtsmissbrauch in noch mehr Fällen: Der suspendierte Unterhaltungschef des MDR, Udo Foht, soll häufiger gegen Richtlinien des Senders verstoßen haben, als bislang bekannt war. Laut einem Bericht der "Welt" soll in sein undurchsichtiges Finanzsystem auch Burda-Manager Philipp Welte verwickelt sein.

Neue Vorwürfe gegen MDR-Mann Udo Foht: Seltsame Anleihen bei Privatpersonen
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Neue Vorwürfe gegen MDR-Mann Udo Foht: Seltsame Anleihen bei Privatpersonen


Leipzig/Hamburg - Die Vorwürfe gegen den suspendierten Unterhaltungschef des Fernsehens des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), Udo Foht, weiten sich aus. Wie der MDR am Donnerstagabend mitteilte, hätten Untersuchungen ergeben, dass Foht in weiteren Fällen seine Position missbraucht und gegen MDR-Richtlinien verstoßen habe. Weitere Einzelheiten wurden nicht genannt.

Bereits am Mittwoch hatte der Sender darüber informiert, dass Foht zu privaten Zwecken offizielles Geschäftspapier des MDR genutzt habe. Er soll damit Zahlungen von Dritten veranlasst haben. Von wem Zahlungen gefordert worden sein sollen und an wen sie geleistet wurden, teilte der MDR nicht mit. Die Sache sei an die Leipziger Staatsanwaltschaft übergeben worden.

Nach der bereits erfolgten Suspendierung Fohts prüfe der MDR nun weitere Schritte auf arbeitsrechtlicher Ebene, heißt es in der Mitteilung weiter. In diesem Zusammenhang sei eine Anhörung Fohts am 4. August geplant. Foht war seit Gründung des MDR in der Fernsehunterhaltung tätig, seit dem 1. Januar 1996 als Programmchef.

Unterdessen berichtete "Die Welt", dass Foht eine private Produktionsfirma zu fragwürdigen Zahlungen veranlasst habe. Demnach informierte der Geschäftsführer einer Leipziger Produktionsfirma die MDR-Justiziarin, dass Foht das Unternehmen um einen fünfstelligen Betrag für eine andere Medienfirma gebeten habe. Als Grund habe Foht angegeben, dass die Empfänger-Firma klamm sei. Laut der Zeitung hat ein MDR-Sprecher den Vorgang bestätigt.

Nach dem Bericht der "Welt" soll sich Foht eine Art Schneeball-System aufgebaut haben, bei dem er sich immer neue Kredite besorgt hatte, wenn er alte bedienen musste. In dieses System scheint auch Burda-Manager Philipp Welte verwickelt zu sein, der 30.000 Euro an einen alten Vertrauten von Foht überwiesen haben soll. "Ich habe einem langjährigen Freund ausschließlich privat geholfen", sagte Welte der "Welt."

Wie es weiter in dem Bericht hieß, hatte der Sender schon Ende Mai erste Hinweise auf Unregelmäßigkeiten erhalten und Foht aufgefordert, eine Überweisung über 30.000 Euro zu erklären.

hpi/dapd



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