New York Besucheransturm bei MoMa-Eröffnung

In New York öffnete am Wochenende das Museum of Modern Art nach drei Jahren Umbauzeit wieder seine Türen. Tausende New Yorker und Besucher aus aller Welt drängten am ersten Tag in den rundum neu gestalteten Bau. Das Museum beherbergt die bedeutendste Sammlung moderner Kunst.


Warteschlange vor dem Museum of Modern Art in New York
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Warteschlange vor dem Museum of Modern Art in New York

New York - Nach zweijährigen Umbauarbeiten hat das weltberühmte New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) am Samstag seine Türen wieder für Besucher geöffnet. Gleich zu Beginn bildete sich vor dem Eingang eine lange Warteschlange tausender Kunstliebhaber. Anlässlich der Wiedereröffnung war der Eintritt frei.

Bis zum späten Abend hielt der Besucherstrom an. Offiziell nannte die Museumsleitung zunächst keine Zahlen. Schätzungen gingen jedoch von mehr als 30.000 Gästen am Eröffnungstag aus.

Das MoMA wurde vom japanischen Architekten Yoshio Taniguchi umgebaut. Allein der Neubau und die Renovierung des historischen Gebäudes kosteten 425 Millionen Dollar. Das Museum verdoppelte seine Ausstellungsfläche und viel Glas sorgt dafür, dass die Sammlung in ein natürliches Licht getaucht ist. So soll den Kunstwerken der nötigen Raum gegeben werden.

Beispielsweise hat Claude Monets berühmtes Werk "Seerosen" aus dem Jahr 1920 eine Wand ganz für sich allein. "Die Architektur lenkt nicht ab, ist nicht selber spektakulär, sondern formal sehr bescheiden", sagte Biesenbach. Das bedeute, sie lenke den Blick voll auf die Kunst. Es gebe großzügige Ausblicke, teilweise über sieben Stockwerke.

In der Ausstellung werden Meisterwerke von Andy Warhol, Pablo Picasso, Henri Matisse, Vincent van Gogh, Salvador Dali und Paul Cezanne gezeigt.

Museum of Modern Art: Der Gebäudekomplex zwischen der 53. und 54. Straße im Zentrum Manhattans wurde nach Plänen von Yoshio Taniguchi umgebaut
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Museum of Modern Art: Der Gebäudekomplex zwischen der 53. und 54. Straße im Zentrum Manhattans wurde nach Plänen von Yoshio Taniguchi umgebaut

Während des Umbaus wurde ein Teil der Bestände von Februar bis September 2004 in die Berliner Neue Nationalgalerie geschickt: Die Ausstellung "Das MoMA in Berlin" wurde mit rund 1,2 Millionen Besuchern zum Publikumsmagneten und zur erfolgreichsten Kunstausstellung in Europa aller Zeiten. Insgesamt umfassen die MoMA-Sammlungen 150.000 Gemälde, Fotografien, Designobjekte und andere Kunstwerke.

Auch deutsche Kunst ist in dem wieder eröffneten Museum sehr gut vertreten. "Deutschland ist ein ganz wichtiger Produktionsbereich und Herkunftsort von Kunst für das Museum,", sagte MoMA-Kurator Klaus Biesenbach am Samstag. Präsentiert würden Arbeiten von Gerhard Richter, Kippenberger und Polke sowie auch jüngeren Künstlern wie Andreas Gursky, Heike Baranowsky oder Thomas Demand. Das MoMA gilt als das wichtigste Museum weltweit für Gegenwartskunst.

Der 38-jährige Biesenbach wurde als erster Deutscher vom MoMA zum Kurator berufen und ist seit 1. November für den Bereich Film und Medien verantwortlich. Zuvor hatte er als Medizinstudent in Berlin quasi aus dem Nichts - aus einer verrotteten Margarinefabrik - den Veranstaltungsort "Kunst-Werke" zu einem weltweit angesehenen Zentrum für zeitgenössische Kunst aufgebaut.

Von der deutschen Kunst - von Beuys bis Demand - seien in den vergangenen Jahrzehnten wichtigste Impulse ausgegangen, sagte Biesenbach. "Diese Impulse, die jetzt vermehrt aus Berlin kommen, die haben sich natürlich im Museum niedergeschlagen." Das reflektiere die Bedeutung, die deutsche Kunst in der Kunstszene und -kritik in den letzten Dekaden gehabt habe.

Biesenbach sagte, das MoMA wolle sich künftig verstärkt um aktuelle Kunst kümmern. Erstmals sei ein großer Teil des Museums dem Zeitgenössischen gewidmet. Mit der Abteilung für Video und Film solle den jungen Künstlern signalisiert werden, "dass das MoMA sich jetzt wirklich für zeitgenössische Kunst offener zeigt".



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