Sparmaßnahmen bei Condé Nast Printversion der "Teen Vogue" wird eingestellt

Sie hatte sich nach den Präsidentschaftswahlen überraschend als kritische Stimme der amerikanischen Millennials hervorgetan - nun wird die Printversion der "Teen Vogue" dicht gemacht.
Teen Vogue

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Weibliche Teenager werden nicht begeistert sein: Der Verlag Condé Nast hat angekündigt, die Printversion der "Teen Vogue" einzustellen , wie "Women's Wear Daily" vermeldet. Seit dem Heft für Dezember/Januar 2017 hatte der Verlag die Erscheinungsfrequenz des Heftes von neun auf vier Ausgaben bereits heruntergefahren. Dafür hatte er verstärkt in die Online-, Video- und Social-Angebote des Titels investiert, die er nun beibehalten will.

Tatsächlich hat sich der in New York ansässige Verlag schon seit Längerem einen Sparkurs verordnet. Nachdem er 2017 eine Neuorganisation des Verlages ausrief, mussten rund 100 Mitarbeiter aus Verlags- und Redaktionsteams gehen und wurden Redaktions- und Rechercheteams zusammengelegt. Nun verkündete Condé Nast, dass es einen Einstellungsstop eingeführt hat und zusätzlich 80 weitere Stellen streichen wird.

Die "Teen Vogue", 2003 als Schwesterheft zur "Vogue" gelauncht, wollte sich ursprünglich auf "Mode, Beauty und Style" konzentrieren, wie die erste Herausgeberin Amy Astler, Ex-Beauty-Director bei der "Vogue", angab. Das Blatt wendete sich, als die Medienwissenschaftlerin Elaine Welteroth den Job übernahm, die als Beauty-Journalistin bei der hausinternen "Glamour" begonnen hatte. Mit 29 Jahren war sie nicht nur die jüngste Chefredakteurin, die es jemals bei Condé Nast gegeben hatte, sondern auch erst die zweite Afroamerikanerin in der Geschichte des Verlagshauses.

"Teen Vogue" wurde politisch

Unter Welteroth hatte sich die "Teen Vogue" von der coolen Modezeitschrift zu einer smarten, kritischen Stimme für die amerikanischen Millennials gemausert, die sich explizit gegen die Trump-Regierung positionierte. Sie wurde zu einer wichtigen Plattform, die diverse Themen abdeckte; es gab beispielsweise Berichte über einen homosexuellen Obdachlosen und mentale Gesundheit. Damit wurde Elaine Welteroth zum Gesicht der "Teen Vogue" - und im April 2017 von "Vogue"-Chefin Anna Wintour zur Chefredakteurin des Heftes ernannt, zusammen mit Phillip Picardi, der für die Website verantwortlich zeichnete, und Marie Suter, die die Designs von Print und Online übernahm.

Laut "Women's Wear Daily" soll Elaine Welteroth dem Blatt erhalten bleiben, wird jedoch auch für andere Aufgaben im Verlagshaus Condé Nast gehandelt. Möglich, dass sie Chefredakteurin bei der hauseigenen "Glamour" oder "Allure" wird - oder dass sie eine ganz neue Marke entwirft, so wie ihr Digital-Kollege Picardi, der mit "Them" eine Seite aus der Taufe hob, die sich auf LGBTQ Themen fokussiert.

bsc
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