Vorwurf Kim-Beleidigung BBC-Reporter in Nordkorea festgenommen

Zum Parteitag hat Nordkorea etwa 130 Journalisten ins Land gelassen, doch frei berichten dürfen sie nicht. Ein britischer Reporter wurde jetzt festgenommen - er soll des Landes verwiesen werden.

Parteitag im nordkoreanischen Staatsfernsehen
AP

Parteitag im nordkoreanischen Staatsfernsehen


In Nordkorea sind ein Journalist und mehre Mitarbeiter des britischen Senders BBC wegen ihrer Berichterstattung festgenommen worden. Sie sollten des Landes verwiesen werden. Die Festnahme soll sich bereits am Freitag ereignet haben, als die BBC-Mitarbeiter im Begriff waren, das Land zu verlassen, berichtet ihr Sender.

Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua zitiert zu dem Vorfall nordkoreanische Offizielle mit der Aussage, der Journalist Rupert Wigfield-Hayes sei wegen "unsauberer Reportage" verhaftet worden.

Wie die BBC meldet, sei ihr Reporter acht Stunden lang befragt worden. Dann seien er und sein Team zum Flughafen gebracht worden. Laut einem CNN-Bericht soll der britische Reporter wegen unangemessener Berichterstattung über den nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un verhaftet und vernommen worden sein.

In Nordkorea findet derzeit der erste Parteitag der Arbeiterpartei von Staatschef Kim seit 36 Jahren statt. Beschlossen wurde dort unter anderem die Fortsetzung des ehrgeizig vorangetriebenen Atomwaffenprogramm des Landes.

Zu dem seltenen propagandistischen Großereignis wurde rund 130 ausländischen Journalisten die Einreise zur Berichterstattung über den Parteitag erlaubt. Wie ein Reporter des Deutschlandfunks am Montag aus Pjöngjang berichtete, ist dies jedoch nur sehr eingeschränkt möglich.

Er und sein Team würden auf Schritt und Tritt überwacht, freies Berichten über das Land und seine Bewohner sei nicht möglich. Den Parteitag sähen er und seine Kollegen im Land nur als abendliche Fernsehzusammenfassung, so der Journalist.

Im Video: Der Parteitag und seine Botschaft

cht/Reuters



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