Norman Mailer Schröders Haltung ist mutig

Der Widerstand gegen US-Präsident George W. Bushs Irak-Politik wächst. Nun hat sich der Schriftsteller Norman Mailer gegen einen Irak-Krieg ausgesprochen. Der Pulitzer-Preisträger hält es lieber mit Kanzler Gerhard Schröder.


Berlin - Mailer besucht gerade Berlin. Dabei warnte er seine Regierung vor einem Krieg gegen den Irak zum jetzigen Zeitpunkt. "Das ist kein guter Krieg", sagte Mailer in der deutschen Hauptstadt.

Sein Haupteinwand gegen den von Bush ins Auge gefassten Krieg: Es gebe zu wenig Beweise, die einen Eingriff rechtfertigten. Der 79-Jährige Pulitzer-Preisträger lobte die Haltung von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) als "mutig". Schröder sei kein Feigling.

Mailer sagte weiter, ein Krieg gegen den Irak in den nächsten Monaten habe in "taktischer Hinsicht keinen Sinn" und sei ein "sehr gefährliches Spiel".

Nach Ansicht Mailers enthält die Drohung gegen den Irak einen "Subtext", der der Welt den alleinigen Führungsanspruch der USA verdeutlichen solle. Es ginge den USA auch darum, sich ungehinderten Zugang zu den irakischen Erdölquellen zu verschaffen.

Mailer bezeichnete Saddam Hussein als ein "Monster", er sei aber kein "individueller Terrorist". Terroristen seien für seine Ziele eher hinderlich. Beseitige man das irakische Regime, habe man daher noch lange nicht den internationalen Terrorismus getroffen.

Der Irak verfüge zwar über chemische Waffen, das Land werde diese jedoch nicht einsetzen, weil dies "selbstmörderisch" wäre. Er glaube, dass Hussein frühestens in ein bis fünf Jahren über Nuklearwaffen verfügen könne. Ob er dann einen Militärschlag für notwendig halten könnte, ließ der Schriftsteller offen.



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