"Nussknacker"-Aufführung New York City Ballet engagiert erste schwarze "Marie"-Tänzerin

Charlotte Nebres ist elf Jahre alt - und hat gerade Geschichte geschrieben: Sie ist die erste schwarze Ballerina, die in der legendären "Nussknacker"-Aufführung des New York City Ballet tanzen wird.


Die "New York Times" schreibt von einem "Meilenstein": Zum ersten Mal seit 1954 - als am New York City Ballet erstmals "George Balanchines 'Der Nussknacker'" aufgeführt wurde - haben die Verantwortlichen der Ballettkompanie für die Rolle der jungen Heldin Marie ein schwarze Tänzerin engagiert, Charlotte Nebres.

Ihre Mutter stammt aus Trinidad, ihre Familie väterlicherseits von den Philippinen. Und Nebres ist nicht die einzige Darstellerin der "Nussknacker"-Aufführung, deren Familie teils aus dem Ausland stammt. Die Rolle von Maries Prinz übernimmt laut "NYT" der 13 Jahre alte Halbchinese Tanner Quirk; die zweite Marie-Darstellerin, die zwölfjährige Sophia Thomopoulos, hat koreanische und griechische Vorfahren; und der junge Tänzer, der ihren Prinzen verkörpert, ist elf Jahre alt, heißt Kai Misra-Stone und hat Familie in Südasien.

"Es ist toll, all unsere Kulturen zu repräsentieren", sagte Charlotte Nebres gegenüber der Zeitung. "Vielleicht sieht das ein kleiner Junge oder ein kleines Mädchen im Publikum und denkt sich 'Hey, das kann ich auch schaffen'." Für sie persönlich sei es bedeutsam, die erste schwarze Marie zu sein.

Nebres ist Schülerin an der School of American Ballet. Wann immer sie tanze, fühle sie sich frei, zitiert die Zeitung aus dem Gespräch mit der Elfjährigen. "Es macht mich glücklich, und ich werde tun, was mich glücklich macht."

Die Ballettkompanie New York City Ballet wurde 1948 von George Balanchine und Lincoln Kirstein gegründet, sie zählt zu den führenden des Landes. "Der Nussknacker" ist ein Ballett des russischen Komponisten Tschaikowski, es gibt mehrere Choreografien - darunter jene von Balanchine (mehr Hintergründe zur Geschichte des "Nussknackers" können Sie hier nachlesen).

Die diesjährige "Nussknacker"-Aufführung am New York City Ballet dauert noch bis zum 5. Januar. "Seit 65 Jahren erweckt das New York City Ballet diese zeitlose Geschichte zum Leben", heißt es dazu auf der Website der Kompanie.

aar/AP

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insgesamt 18 Beiträge
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timtom2222 03.12.2019
1.
In der heutigen Zeit wurde ein eher ungünstiges Archivbild gewählt!
geradsteller 03.12.2019
2. Schlimm, dass es eine Meldung wert ist
Hautfarbe ist doch völlig egal. Siehe Bodenturnen. Leistung zählt, Menschen sind gleich. Aber scheinbar sind andere Betriebe noch nicht in der Normalität angekommen. Bezeichnend, dass darum noch Aufhebens gemacht werden kann.
frmwltd 03.12.2019
3. Cultural Appropriation
Nach heutigem Konsens handelt es sich hier um "Cultural Appropriation" da das Original aus einem "kaukasischen" Kulturkreis kommt. Viele Grüße an das SPON Zensorenkollektiv.
sven17 03.12.2019
4.
schön für sie. Glückwünsche
zippo23 03.12.2019
5. Ist es nicht
traurig, dass der Umstand, dass eine Titelrolle in einem Ballett von einer nichtweißen Tänzerin getanzt wird immer noch eine Schlagzeile erzeugt? Wir sollten uns für die Menschen freuen deren Träume wahr werden, nicht über deren Hautfarbe!
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