Wegen nationalistischer Politik Nicolaus Schafhausen verlässt Kunsthalle Wien

Sein Vertrag wäre bis 2022 gelaufen, jetzt gibt Nicolaus Schafhausen seinen Posten bei der Kunsthalle Wien schon zum nächsten Jahr auf. Als Grund nennt er die derzeitige Politik in Österreich.
Nicolaus Schafhausen

Nicolaus Schafhausen

Foto: DB Steffen Jagenburg/ picture-alliance/ dpa

"Die Wirkungsmächtigkeit von Kunst ist in Zeiten nationalistischer Politik stark eingeschränkt." Diesen Satz schreibt Nicolaus Schafhausen in einem öffentlichen Brief, in dem er seinen Rücktritt vom Posten des Direktors der Kunsthalle Wien erklärt. Er will nicht mehr wie vertraglich vorgesehen bis 2022 bleiben, sondern nur bis zum 31. März 2019.

Schafhausen führt weiter aus, in Zeiten rechtspopulistischer Bewegungen bedürfe es eines wesentlich stärkeren Rückhalts vonseiten unabhängiger staatlicher Institutionen und Verwaltungen für Kulturinstitutionen. Er selbst wolle künftig außerhalb klassischer Institutionen für die Möglichkeiten eines Kulturdiskurses arbeiten.

Die Kunsthalle Wien ist eines der bedeutendsten Ausstellungshäuser Österreichs, sie präsentiert an ihren zwei Standorten zeitgenössische Kunst. Schafhausen hatte 2015/16 die Ausstellung "Politischer Populismus" kuratiert, die sich mit Mechanismen populistischer Bewegungen beschäftigte. Ein Jahr später folgte die Reihe "How To Live Together", die sich mit Bedingungen und Potenzialen des Zusammenlebens beschäftigte.

Nicolaus Schafhausen wurde 1965 in Düsseldorf geboren. Er war Leiter des Künstlerhauses Stuttgart und Direktor des Frankfurter Kunstvereins.

kae/dpa
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