Op-Art-Ausstellung Spiralen im Auge, Flimmern im Hirn

Es ist fast wie Hypnose: Das Auge sieht ein Bild, Teile davon verselbstständigen sich, irgendwann scheint es zu vibrieren. In Frankfurt werden ab heute die wichtigsten Werke der Op Art gezeigt - eine Ausstellung wie ein Trip.


Frankfurt am Main - Die Frankfurter Schirn Kunsthalle zeigt ab heute in der Ausstellung "Op Art" die wichtigsten Positionen der Optical Art der sechziger Jahre. Für die Schau wurden Werke von 54 Künstlern aus aller Welt zusammengetragen.

Zu ihnen zählen Victor Vasarely, Bridget Riley oder Gianni Colombo. Viele der gezeigten Arbeiten sind seit Jahrzehnten nicht mehr öffentlich zu sehen gewesen, andere wurden eigens für die bis 20. Mai laufende Schau restauriert.

Die ausgestellten großformatigen Bilder und Rauminstallationen sollen das Auge des Betrachters in Bewegung bringen und hypnotische Effekte erzeugen. So entstehen unerwartete Nachbilder, Farbvibrationen und das Flimmern von Licht. Die Op Art sei eine Kunst, die alle Sinne anspreche, die ohne Vorkenntnisse auskomme und so spontan erlebbar sei, sagt Kuratorin Martina Weinhart.

Die Op Art ist eine Kunst, die das Auge gezielt überlastet. Mitte der sechziger Jahre etablierte sie sich in einem wahren Siegeszug durch Europa und Amerika, wobei sich Zentren nicht nur in den USA und Westeuropa, sondern auch in Lateinamerika und Osteuropa herausbildeten. Fasziniert von den physikalischen Gesetzen des Lichts und der Optik, verschrieb sich eine ganze Generation von Künstlern der Untersuchung visueller Phänomene und Wahrnehmungsprinzipien.

Die Verschränkung von Kunstschaffen und Wissenschaftserkenntnissen sei fälschlicherweise oft anderen Strömungen zugewiesen worden, sagte Schirn-Direktor Max Hollein. "Häufig ist in Vergessenheit geraten, dass die Op Art eine revolutionäre Kunst in einer revolutionären Zeit war."

ffr/ddp


Die Ausstellung "Op Art" ist in der Schirn Kunsthalle Frankfurt, Römerberg, bis zum 20. Mai zu sehen. Öffnungszeiten: dienstags sowie freitags bis sonntags von 10 bis 19 Uhr, mittwochs und donnerstags von 10 bis 22 Uhr.



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