17 Jahre alter Kriminalfall Verschollener Oscar-Wilde-Ring wieder aufgetaucht

Arthur Brand gilt als "Indiana Jones der Kunstwelt" - jetzt wurde er diesem Namen erneut gerecht: Der Detektiv spürte einen verschollenen Ring Oscar Wildes auf. Es ist der Schlusspunkt eines alten Kriminalfalls.

John Thys/ AFP

Vor etwa 17 Jahren verschwand nach einem spektakulären Einbruch ein goldener Ring des Schriftstellers Oscar Wilde - nun ist das Schmuckstück wieder da: Ein niederländischer Kunstdetektiv hat den Ring aufgespürt, der 2002 aus der britischen Oxford-Universität entwendet wurde.

"Wir hatten schon die Hoffnung aufgegeben, ihn wiederzusehen", sagte Mark Blandford-Baker, Finanzverwalter des Magdalen-Colleges. Den Ring hatte Wilde 1876 gemeinsam mit einem Kommilitonen einem Freund geschenkt, William Ward. Das Schmuckstück trägt die griechische Inschrift "Geschenk der Liebe an jemanden, der Liebe wünscht".

Der Ring befand sich im Magdalen-College, weil Wilde dort studiert hatte. 2002 brach ein ehemaliger Mitarbeiter einer Reinigungsfirma in das Gebäude ein, betrank sich an der College-Bar mit Whisky und stahl unter anderem den Ring. Dieser ist wie ein kleiner Gürtel geformt und besteht aus 18-karätigem Gold. Sein Wert wurde damals mit 35.000 britischen Pfund angegeben. Das College schrieb eine Belohnung in Höhe von 3500 Pfund aus.

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Oscar-Wilde-Ring: Der Coup des Detektivs Brand

Nach seiner Festnahme sagte der Dieb vor Gericht, er habe den Ring für 150 Pfund an einen Altmetallhändler verkauft. Der Verbleib des Schmuckstücks blieb jahrelang ein Rätsel. Es gab auch Befürchtungen, Kriminelle hätten ihn eingeschmolzen.

Dem Detektiv Arthur Brand gelang es nun, den Ring zu finden. 2015 seien in der Kunst-Unterwelt Gerüchte umgegangen, wonach "ein viktorianischer Ring mit russischer Inschrift" aufgetaucht sei, sagte der Niederländer; offenbar war die griechische Inschrift verwechselt worden. Zusammen mit dem Londoner Antiquitätenhändler William Veres nahm er demnach die Ermittlungen auf, die ihn zu George Crump führten - ein laut Brand "anständiger Mann", der aufgrund seines verstorbenen Onkels, eines bekannten Casinobesitzers, "Kenntnisse der kriminellen Londoner Unterwelt" hat. Mit Crumps Hilfe gelang es Brand und Veres, den Ring ausfindig zu machen.

"Größter Einbruch der englischen Rechtsgeschichte"

Brand zufolge hing das Auftauchen des Schmuckstücks mit dem legendären Einbruch einer Rentnerbande im Londoner Nobelviertel Hatton Garden 2015 zusammen. "Gerüchten zufolge ist der Ring erst wenige Wochen nach dem Einbruch wiederaufgetaucht", sagte Brand. "Der Ring wurde mir direkt vor dem Diamantendepot in Hatton Garden übergeben, was ich ein wenig für englischen Humor halte." Brand gilt als "Indiana Jones der Kunstwelt" und hat bereits mehrere hochkarätige gestohlene Kunstwerke aufgespürt, unter anderem ein von einer Jacht in Frankreich entwendetes Picasso-Gemälde.

Der Ring soll dem Magdalen-College am 4. Dezember bei einer "kleinen Zeremonie" zurückgegeben werden, wie Finanzverwalter Mark Blandford-Baker sagte. Das College sei sehr erfreut über das Wiederauftauchen des Stücks seiner Sammlung - man sei Brand "außerordentlich dankbar".

Oscar Wilde hat unter anderem Klassiker wie "Das Bildnis des Dorian Gray" verfasst. Der Ire war 1900 im Alter von 46 Jahren verarmt in einem Pariser Hotel gestorben.

mxw/AFP



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