Papst-Cover Presserat rügt "Titanic"

"Entwürdigend und ehrverletzend": Der Deutsche Presserat hat das Satiremagazin "Titanic" für sein umstrittenes Papst-Titelbild öffentlich gerügt. Gegen die Fotomontage, die Benedikt XVI. mit befleckter Soutane zeigt, waren 182 Beschwerden eingegangen.

"Titanic"-Titel vom Juli 2012: Vom Presserat gerügt
Titanic

"Titanic"-Titel vom Juli 2012: Vom Presserat gerügt


Berlin - Der Deutsche Presserat hat gegen die Satirezeitschrift "Titanic" wegen des Papst-Titelbildes eine öffentliche Rüge ausgesprochen. Das teilte der Presserat am Donnerstag in Berlin mit. Die Darstellung von Papst Benedikt XVI. als inkontinent und mit Fäkalien beschmiert sei entwürdigend und ehrverletzend, urteilte der zuständige Beschwerdeausschuss.

Gegen das Papst-Bild der "Titanic" waren 182 Beschwerden eingegangen. Das Cover vom Juli zeigte Papst Benedikt XVI. unter anderem mit einem gelben Fleck auf der Soutane. Auf dem Titel hieß es in Anspielung auf den "Vatileaks"-Skandal um den Verrat von Interna: "Halleluja im Vatikan - Die undichte Stelle ist gefunden!" Die öffentliche Rüge ist die höchste Kategorie einer Unmutsäußerung durch den Presserat, faktisch bleibt sie jedoch - wie alle Sanktionen des Presserats - folgenlos.

Antrag auf einstweilige Verfügung zurückgezogen

Vor der Rüge hatte der Vatikan zunächst versucht, juristisch gegen das Titelbild vorzugehen. Die Pressekammer am Hamburger Landgericht untersagte den Titel mit einer einstweiligen Verfügung. Dagegen legte "Titanic" Widerspruch ein.

Einen Tag vor dem Prozess hatten die Anwälte des Vatikans jedoch den Antrag auf einstweilige Verfügung gegen das Satiremagazin zurückgezogen. Die umstrittene Juli-Ausgabe darf weiter verkauft werden.

Offenbar beflügelt vom Wirbel um das Papst-Cover legt die "Titanic" in ihrer nächsten Ausgabe nach und zeigt Bettina Wulff mit einem Mann mit Krummsäbel - eine Anspielung auf den umstrittenen Mohammed-Film.

kuz/dapd

insgesamt 107 Beiträge
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Seite 1
627235 27.09.2012
1.
Nun, wenigstens gibt es keine gewalttätigen Proteste überall in der christlichen Welt...das ist doch schonmal ein Gewinn, ja?
großvisionaer 27.09.2012
2. Ja
wie, ich dachte Pressefreiheit ? das war doch immer Tenor bei Mohammed Karikaturen....
spiekr 27.09.2012
3. Die Beleidigung des Papstes
kann gar nicht gemeiner ausfallen als der Anspruch den er vertritt. Insofern ist Satire Notwehr gegen die (Über)mächtigen. Besser wäre allerdings eine von klugen Köpfen geführte allgemeine und schonungslose Religionskritik und die Entfernung aller rechtlichen und finanziellen Unterstützung von Religionen durch den Staat. Aber unsere Intellektuellen haben wahrscheinlich keine Lust, sich mit nebulösen Begriffen und Wunschdenken zu befassen - verständlich; denn Aufklärung war ja schon.
achim68 27.09.2012
4. ...
Zitat von sysopTitanic"Entwürdigend und ehrverletzend": Der deutsche Presserat hat das Satire-Magazin "Titanic" für sein umstrittenes Papst-Titelbild öffentlich gerügt. Gegen die Fotomontage, die Benedikt XVI. mit befleckter Soutane zeigt, waren 182 Beschwerden eingegangen. Papst-Cover: Presserat rügt Satire-Magazin "Titanic" - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/papst-cover-presserat-ruegt-satire-magazin-titanic-a-858399.html)
Waaaaaaauuuuuuuuuu 182 Beschwerden??? Unglaublich.... 182 Beschwerden von ~81.726.000 Einwohnern respektive von ca. 24 Millionen Katholiken. Welcher Meldungswert. Welche unglaubliche Zurechtweisung des Magazins. Ich senke beeindruckt das Haupt... *lol
the0retisch 27.09.2012
5. Interessanter Zeitpunkt
Gerade, als die Titanic plant, eine Ausgabe im Zusammenhang mit dem Mohammed-Film zu bringen. Mal gucken, ob der deutsche Presserat da wieder ein halbes Jahr für die Rüge braucht. Ich wette das geht schneller, man musste jetzt nur schnell vorher den anderen Fall über die Bühne bringen, damit man ein Alibi hat...
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