Papst-Cover Presserat rügt "Titanic"

"Entwürdigend und ehrverletzend": Der Deutsche Presserat hat das Satiremagazin "Titanic" für sein umstrittenes Papst-Titelbild öffentlich gerügt. Gegen die Fotomontage, die Benedikt XVI. mit befleckter Soutane zeigt, waren 182 Beschwerden eingegangen.

Berlin - Der Deutsche Presserat hat gegen die Satirezeitschrift "Titanic" wegen des Papst-Titelbildes eine öffentliche Rüge ausgesprochen. Das teilte der Presserat am Donnerstag in Berlin mit. Die Darstellung von Papst Benedikt XVI. als inkontinent und mit Fäkalien beschmiert sei entwürdigend und ehrverletzend, urteilte der zuständige Beschwerdeausschuss.

Gegen das Papst-Bild der "Titanic" waren 182 Beschwerden eingegangen. Das Cover vom Juli zeigte Papst Benedikt XVI. unter anderem mit einem gelben Fleck auf der Soutane. Auf dem Titel hieß es in Anspielung auf den "Vatileaks"-Skandal um den Verrat von Interna: "Halleluja im Vatikan - Die undichte Stelle ist gefunden!" Die öffentliche Rüge ist die höchste Kategorie einer Unmutsäußerung durch den Presserat, faktisch bleibt sie jedoch - wie alle Sanktionen des Presserats - folgenlos.

Antrag auf einstweilige Verfügung zurückgezogen

Vor der Rüge hatte der Vatikan zunächst versucht, juristisch gegen das Titelbild vorzugehen. Die Pressekammer am Hamburger Landgericht untersagte den Titel mit einer einstweiligen Verfügung. Dagegen legte "Titanic" Widerspruch ein.

Einen Tag vor dem Prozess hatten die Anwälte des Vatikans jedoch den Antrag auf einstweilige Verfügung gegen das Satiremagazin zurückgezogen. Die umstrittene Juli-Ausgabe darf weiter verkauft werden.

Offenbar beflügelt vom Wirbel um das Papst-Cover legt die "Titanic" in ihrer nächsten Ausgabe nach und zeigt Bettina Wulff mit einem Mann mit Krummsäbel - eine Anspielung auf den umstrittenen Mohammed-Film.

kuz/dapd
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