Paris Photo 2013 Licht! Bild! Kunst!

Leben durch die Linse: Am Donnerstag eröffnet die Paris Photo. Ein Stelldichein der Stars und Umschlagplatz für teure Lichtbildkunst - bei der dieses Jahr die Deutschen besondere Präsenz zeigt. Ein paar erstaunliche Impressionen.

Valérie Belin /Courtesy Edwynn Houk Gallery /New York

Hell und mächtig schlägt sich die Sonne durch die Glasdachkuppel des Grand Palais, scheint auf Dutzende Nischen und Gänge, Tausende Besucher, Fotografen, Händler, Sammler und Bilder. Und das alles eben in jener berühmten Halle, die zur Weltausstellung im Jahr 1900 errichtet worden war. Ein Meisterwerk der Belle Epoque am rechten Ufer der Seine. An diesem Donnerstag beginnt hier die bedeutendste Fotografiemessen der Welt: Paris Photo.

Drei Tage dauert sie, und wenn es nach dem Leiter Julien Frydman geht, dann werden am Ende 60.000 Besucher über die Flure gelaufen sein. 136 internationale Galerien vertreten hier Künstler wie Helmut Newton, Irving Penn, Lee Friedlander, Bettina Rheims und Annie Leibovitz. 28 Künstler sind zum ersten Mal mit dabei. Auch 28 Verleger sind vor Ort.

Vor zwei Jahren löste Julien Frydman, seit 2006 Direktor der Fotoagentur Magnum, Guillaume Piens an der Spitze der Paris Photo ab. Er holte sie ins Grand Palais, steigerte die Besucherzahlen von 38.000 auf mehr als 55.000 und etablierte einen Ableger der Ausstellung in Los Angeles. Frydman hat einen Hang zum Machen, zum Schaffen, vielleicht auch ein bisschen zum Größenwahn: "Wir vereinen hier die besten Fotografen der Branche", sagt er SPIEGEL ONLINE. "Wir haben die richtigen Galerien, die richtigen Verleger und eine gute Mischung zeitgenössischer und klassischer Künstler."

Mehr und mehr Künstler der Gegenwart

Und vielleicht ist es auch das, was die Paris Photo tatsächlich ausmacht. Es werden zwar mehr und mehr Künstler der Gegenwart gezeigt, "aber das schmälert auf keinen Fall die Bedeutung der großen, traditionellen Fotografen", sagt Frydman. Schließlich machten sie ja einen bedeutenden Teil der Geschichte aus.

Die Präsenz der Deutschen ist dieses Jahr besonders stark. 26 Galerien beteiligen sich. Erstmals wurden das Essener Museum Folkwang sowie einer der bedeutendsten Sammler zeitgenössischer Kunst, Harald Falckenberg, nach Paris geladen. In den Sonderbereichen für öffentliche und private Sammlungen geben sie Einblick in ihre Kunstschätze.

Das Folkwang-Museum - eine der wichtigsten Sammlungsstätten für Fotografie - zeigt seine jüngsten Erwerbungen, darunter Kriegsbilder des Magnum-Fotografen Robert Capa und Bilder der ägyptischen Revolution, die mit Smartphones und digitalen Kameras aufgenommen worden sind. Die Sammlung von Harald Falckenberg zählt mehr als 2000 Werke zeitgenössischer Kunst. In Paris präsentiert er unter anderem Schwarzweiß-Fotografien von Sigmar Polke und eine Collage von Albert Oehlen.

Julien Frydman sagt, in diesem Jahr gebe es keine eindeutigen Tendenzen, es gehe vielmehr darum, die Grenzen der Fotografie zu sprengen. Es sei nicht wichtig, ob die Fotos schwarzweiß oder bunt seien, sondern was die Betrachter bei deren Anblick empfänden. Auch nehme das Eingreifen in Bildern an Bedeutung zu, sagt der Leiter: "Künstler verbinden mehr Schrift, mehr Material mit ihren Arbeiten."

Die Paris Photo ist aber auch ein Markt. Ein einzigartiger Moment, um die besten Kunstwerke der besten Galerien zu kaufen. Kritik wischt Julien Frydman allerdings schnell beiseite. Ob die Paris Photo ein Hort des Kommerzes sei? Nein! Viele Besucher kämen ja, um zu schauen und nicht um zu kaufen. Die Paris Photo sei eine Plattform, auf der sich Fotografen präsentieren könnten. "Es geht darum, die Künstler zu unterstützen." Wie hoch der Preis für das teuerste Werk sei? Könne er nicht sagen.

Und der für das niedrigste? Frydman überlegt: 60 Euro.

kha/dpa



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richardb 16.11.2013
1. Berlin
Ich nehme an, daß auch Erwin Olaf - mit seiner phantastischen Serie 'Berlin' - vertreten sein wird?
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