Paris Randalierer beschädigen Monets "Brücke von Argenteuil"

Als der Alarm tönte, flüchteten sie. Aber zuvor hat einer Gruppe Randalierer, vermutlich angetrunken, ein weltberühmtes Gemälde im Pariser Musée d'Orsay zerrissen: "Die Brücke von Argenteuil" des Impressionisten Monet.


Paris - Das 60 mal 80 Zentimeter große Ölgemälde Monets ist eine Kostbarkeit. Es zeigt Segelboote auf der Seine mit der Brücke im Hintergrund - und jetzt im unteren rechten Drittel eine tiefe Scharte. Das Bild aus dem Jahr 1874 habe einen "mindestens zehn Zentimeter langen" Riss, teilte ein Sprecher der französischen Kulturministerin Christine Albanel am Sonntag mit.

Beschädigtes Bild "La Pont d'Argenteuil," von Claude Monet im Orsay Museum in Paris: Fausthieb vor der Flucht
AP

Beschädigtes Bild "La Pont d'Argenteuil," von Claude Monet im Orsay Museum in Paris: Fausthieb vor der Flucht

Eine Gruppe "leidlich angetrunkener Individuen" sei während der "Nuit blanche", einem zwölfstündigen Kultur- und Kunstspektakel in Paris, in das Innere des Museums eingedrungen und hätten eine Tür aufgebrochen. Dabei sei der Alarm ausgelöst worden. Auf ihrer Flucht hätten sie dem Gemälde einen Schlag verpasst und es schwer beschädigt.

"Sie haben überall ein wenig Dreck gemacht und schließlich dem Gemälde einen Faustschlag verpasst", sagte Albanel bei einem Besuch am Ort des Geschehens. Schwerere Schäden hätten die Sicherheitsleute aber verhindert. Nach Angaben der Ministerin gibt es zahlreiche Aufnahmen von Überwachungskameras, die die Eindringlinge zeigen. Auch hätten die Täter viele Spuren hinterlassen. Festnahmen gab es nach Angaben des Sprechers vorerst nicht.

Albanel zeigte sich ergriffen angesichts des "Anschlags auf unsere Vergangenheit und unser nationales Erbe". Sie werde eine Verschärfung der Strafen für das unerlaubte Eindringen in Museen, Kirchen und Denkmäler prüfen. Das beschädigte Gemälde ist nach Angaben Albanels von unschätzbarem Wert. Die Schäden an dem Bild ließen sich aber wieder reparieren, betonte sie.

In den vergangenen Monaten waren bereits mehrfach Kunstwerke in Frankreich beschädigt worden. Eine junge Frau, die ihre roten Lippen auf einer weißen Leinwand des amerikanischen Künstlers Cy Twombly in Avignon hinterlassen hatte, musste sich erst am Dienstag vor Gericht verantworten. Im August hatten mehrere bewaffnete Männer in einem Museum in Nizza vier wertvolle Gemälde von Bruegel, Sisley und Monet gestohlen.

rüd/AFP/AP



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