"Park Avenue" Kunst des stilvollen Aufgebens

Den besten Klatsch produziert dieses Gesellschaftsmagazin immer noch selbst: Nach Gerüchten um die Einstellung des Prestige-Heftes "Park Avenue" wirft der bisherige Chefredakteur Alexander von Schönburg das Handtuch.

Hamburg - Zuletzt muss sein Chefsessel ziemlich ungemütlich geworden sein: Die Gerüchte um eine völlige Einstellung des ehemaligen Prestige-Objekts wollten nicht aufhören, der Einzelverkauf lag bei nur 25.000 Exemplaren und die Redakteure verließen das sinkende Schiff in Scharen. Jetzt hat "Park Avenue"-Chefredakteur Alexander von Schönburg die Konsequenzen gezogen und mit sofortiger Wirkung die Führung des Magazins abgegeben. Wie der Verlag Gruner+Jahr mitteilte, habe der 37-Jährige den Verlag gebeten, "ihn von seinen Aufgaben als Chefredakteur zu entbinden".

Neuer Chefredakteur wird bis auf Weiteres Andreas Petzold. Der 51-Jährige bleibt zugleich aber Chefredakteur des Magazins "Stern" und Herausgeber von "Neon", die ebenfalls bei Gruner+Jahr erscheinen.

Gruner+Jahr-Zeitschriftenvorstand Bernd Buchholz kündigte an, in den nächsten Monaten "die inhaltliche Weiterentwicklung des Blattes voranzutreiben" und mittelfristig eine neue Redaktionsführung zu etablieren. Schönburg, Bruder von Gloria Fürstin von Thurn und Taxis und Autor von Liefestyle-Ratgebern wie "Die Kunst des stilvollen Verarmens" und "Lexikon der überflüssigen Dinge", bleibt den Angaben zufolge Autor bei "Park Avenue".

Bereits im Juni war laut Verlag "auf eigenen Wunsch" der stellvertretende Chefredakteur Rainer Schmidt "wegen unterschiedlicher Auffassungen über die strategische Ausrichtung des Blattes" von seiner Funktion ausgeschieden.

Neben Schmitt hatten zuvor außerdem dessen Vorgängerin Petra Schnitt, Chefreporter Udo Ulfkotte, Textchefin Tanja Stelzer und Andrea Freund das Blatt verlassen.

Eine Preview-Ausgabe des Magazins kam im Juni 2005 auf den Markt. Seit Oktober 2005 erscheint es monatlich. Das Blatt versteht sich als "anspruchsvolles Gesellschaftsmagazin" mit Berichten über Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft sowie Themen aus den Bereichen Design, Architektur und Lifestyle.

Buchholz hatte zum Start angekündigt, die Publikation spreche eine "Leserschaft mit höchstem gesellschaftlich-wirtschaftlichen Status und ebensolchen Ansprüchen an Qualität und Ästhetik" an. Alexander von Schönburg war wegen seiner Kontakte zur so genannten gehobenen Gesellschaft zum Chefredakteur ernannt worden. Mit den Worten "er kommt an die ran, über die wir berichten wollen" hatte ihn "Park Avenue"-Herausgeber Klaus Liedtke damals vorgestellt.

hoc/ddp

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